Mehr Religion im Staat ist die falsche Antwort
Die Welt
Die Grünen wollen muslimische Organisationen stärker fördern und gleichstellen mit christlichen Religionsgemeinschaften. Dabei übersehen sie ein grundlegendes Problem: Viele Menschen wollen weniger, nicht mehr Religion im Staat.
Die Grünen wollen muslimische Organisationen stärker fördern und gleichstellen mit christlichen Religionsgemeinschaften. Dabei übersehen sie ein grundlegendes Problem: Viele Menschen wollen weniger, nicht mehr Religion im Staat. Aus Sicht der Grünen gibt es ein Problem im Einwanderungsland Deutschland: Die rund 5,6 Millionen Muslime – viele seit Generationen hier – sind in Teilen strukturell benachteiligt. Ihre religiösen Gemeinden haben vielfach nicht dieselben Rechte wie die großen Kirchen, ihre Kinder nicht überall die Möglichkeit, einen Religionsunterricht zu besuchen. Die Grünen im Bundestag fordern deshalb in einem Antrag eine umfassende Gleichstellung: mehr islamischen Religionsunterricht, mehr staatliche Förderung und Einbindung muslimischer Organisationen, ein Abbau von Kopftucheinschränkungen im öffentlichen Dienst. Jede dieser Forderungen mag man unter Gerechtigkeitsgesichtspunkten für folgerichtig halten. Wenn es christlichen Religionsunterricht gibt – warum nicht überall auch muslimischen? Wenn es akzeptiert ist, als Lehrerin ein Kreuz an einer Kette zu tragen – warum nicht auch ein Kopftuch?













