
Mehr rechte Gewalt - auch an Schulen
n-tv
Rechte Gewalt ist ein Dauerthema im Südwesten. Der Beratungsbedarf sei auf einem Höchststand, meldet die Hilfsstelle "Leuchtlinie".
Stuttgart (dpa/lsw) - Beleidigungen am Wahlstand, Schläge und Todesdrohungen, Hakenkreuze auf dem Pausenhof: Rechte Gewalt ist einer Beratungsstelle zufolge weiter auf dem Vormarsch im Südwesten. Insgesamt wurden vergangenes Jahr 135 Fälle rechter, rassistischer oder antisemitischer Gewalt registriert – ein Zuwachs von mehr als einem Drittel gegenüber dem Vorjahr, wie die Beratungsstelle "Leuchtlinie" in Stuttgart berichtete.
Die Zahl der Körperverletzungen stieg demnach um fast 20 Prozent. Rassismus bleibe das häufigste Tatmotiv der Gewalt. Die Dunkelziffer sei riesig, sagte Beraterin Hannah González Volz. Nicht von jeder Tat erhalte die Stelle Kenntnis.
Mindestens 168 Menschen wurden der Stelle zufolge 2024 verletzt, bedroht oder anderweitig angegriffen. Nahezu ein Drittel der Betroffenen waren Frauen und Mädchen. Schulen und andere Bildungsstätten würden zunehmend zu Tatorten, warnten die Experten. 19 Fälle rechter Gewalt seien vergangenes Jahr in Bildungsstätten dokumentiert worden – darunter elf Körperverletzungen. In fünf Fällen seien Lehrkräfte oder Erziehende als Täterinnen oder Täter benannt worden. Das verdeutliche die Gefahr des Machtmissbrauchs und die institutionelle Dimension von Rassismus, so die Beratungsstelle. "Die Entwicklung ist besorgniserregend", sagte Alena Kraut, Mitarbeiterin bei "Leuchtlinie".
