
Jens Spahn ist der depressive Pinguin der Bundesregierung
n-tv
Der Fraktionschef der Union ist ein Contrarian: immer ein bisschen anders unterwegs als die anderen. Das macht ihn interessant, eigentlich. Doch die neue Europa-Coolness stellt ihn ins Abseits.
Der Fraktionschef der Union ist ein Contrarian: immer ein bisschen anders unterwegs als die anderen. Das macht ihn interessant, eigentlich. Doch die neue Europa-Coolness stellt ihn ins Abseits.
In Berlin bleibt man dieser Tage lieber daheim: Die Fußwege sind so glatt, dass sogar die Schneeflocken sich die Hüften brechen. Mit der Knochenbruchgefahr gehen die Berliner um wie mit allen anderen Problemen - verantwortungslos. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (man kennt ihn vom Tennis) flehte etwa: "Ich appelliere an das Abgeordnetenhaus, den Einsatz von Tausalz in Berlin in Ausnahmen möglich zu machen."
Ja, Tausalz wäre etwas, aber ach, der Umweltschutz, ach, die Zuständigkeiten! Da niemand Verantwortung übernimmt wie weiland Helmut Schmidt, der in der Flut ruckzuck die eigentlich verbotene Bundeswehr zur Hilfe orderte, müssen wir Hauptstädter uns wie Pinguine bewegen: in Trippelschritten.
Warum auch nicht? Der Pinguin, zumal ein störrischer, ist derzeit globale Identifikationsfigur. Das kam so: Irgendwann tauchte ein alter Dokumentarfilm auf, in dem ein eigensinniger Adeliepinguin sich entscheidet, die eigene Kolonie zu verlassen und einsam in Richtung antarktischer Berge zu watscheln, unbeirrt, nihilistisch und untermalt durch die mystische Erzählstimme Werner Herzogs.
Wer würde sich nicht gern so radikal autonom verhalten, wie dieses Tier? Es ist ein Punk, ein watschelndes, gefiedertes "fuck it" - toll! Maximale, wenn gleich lebensgefährliche Selbstverwirklichung. Kein Wunder, dass der Pinguin seit Tagen "viral geht". Das Weiße Haus setzt auf dieses Meme ebenso wie Lidl, Sixt und Deichmann.













