
Jeff Bezos tanzt Trumps Tanz der Oligarchen
n-tv
Fast ein Drittel der Beschäftigten müssen gehen, der Herausgeber ebenfalls, die Gewerkschaft möchte Besitzer Jeff Bezos loswerden. Bei der "Washington Post" zeigt sich eine weitere Folge von Trumps Patronage-System.
Fast ein Drittel der Beschäftigten müssen gehen, der Herausgeber ebenfalls, die Gewerkschaft möchte Besitzer Jeff Bezos loswerden. Bei der "Washington Post" zeigt sich eine weitere Folge von Trumps Patronage-System.
Nachdem er 250 Millionen Dollar für die "Washington Post" gezahlt hatte, kam Jeff Bezos im September 2013 in die Redaktion. Der Name der Zeitung war angestaubt, die großen Momente wie die legendären Enthüllungen des Watergate-Skandals lange vorbei. Was wollte der "Amazon"-Milliardär aus dem Online-Kosmos mit einem altbackenen Nachrichtenmedium auf dem absteigenden Ast?
Bob Woodward, einer der beiden Reporter, die den Skandal ausgelöst hatten und in dessen Zuge Präsident Richard Nixon 1974 zurücktrat, fragte Bezos, warum er die "Post" gekauft habe. "Man kann zwar profitabel sein und gleichzeitig schrumpfen", antwortete Bezos laut einem Ex-Mitarbeiter: "Das ist eine Überlebensstrategie, führt aber letztlich bestenfalls zur Bedeutungslosigkeit und schlimmstenfalls zum Untergang." Er könne finanzielle Spielräume schaffen, so Bezos. Der Zeitung stehe eine "neue goldene Ära" bevor.
Die gab es - in Trumps erster Amtszeit als journalistische Stimme der Opposition. Aber sie war nicht von Dauer. Das hat auch mit der (Medien)Welt unter Donald Trump zu tun, in der sich seit November 2024 zwei Regeln herauskristallisiert haben. Erstens, lege Dich nicht mit ihm an. Zweitens, gehe oft und tief genug vor ihm auf die Knie, da es sich auszahlen könnte. Das klingt simpel. Aber die Auswirkungen dieses Patronage-Systems auf die USA sind enorm; vielschichtig, tiefgreifend, antidemokratisch. Es ist ein Tanz der Oligarchen um das innen vergoldete Weiße Haus.
Der Kahlschlag bei der traditionsreichen "Washington Post", die fast ein Drittel ihrer Angestellten entlässt, was ganze Ressorts verwaisen lässt und die eigene internationale Berichterstattung eindampft - wen interessiert schon die Ukraine? - gehört allem Anschein nach dazu. "Wenn sie finanzielle Mittel brauchen, bin ich da", hatte Bezos noch im Dezember 2024 behauptet. Und ja, Geld, so viel ist sicher, wäre für den zum Jahreswechsel etwa 230 Milliarden Dollar schweren Superreichen nicht das Problem. Was ist es dann?













