
Italien, ein Eden für Kunstdiebe
n-tv
Es gibt eine spezielle Einheit zum Schutz der Kunst und das weltgrößte Archiv über gestohlene Gegenstände. Trotzdem bleibt Italien das Land mit den meisten Kunstdiebstählen. Der letzte spektakuläre Raub ist erst ein paar Tage her.
Es gibt eine spezielle Einheit zum Schutz der Kunst und das weltgrößte Archiv über gestohlene Gegenstände. Trotzdem bleibt Italien das Land mit den meisten Kunstdiebstählen. Der letzte spektakuläre Raub ist erst ein paar Tage her.
Ginge es um ein Wettrennen, dann hätte Italien Frankreich besiegt. Denn die Diebe, die vor einer Woche drei Kunstgemälde aus einer Stiftung in der Nähe von Parma entwendet haben, brauchten nur drei Minuten dafür. Ihre Kollegen, die letzten Oktober in den Pariser Louvre eingedrungen waren, hatten vier Minuten gebraucht. Im Louvre wurden neun Stücke der französischen Kronjuwelen gestohlen. Ihr Wert? Unschätzbar. In der Kunststiftung Magnani-Rocca sind es drei Meisterwerke des Impressionismus: "Die Fische" von Auguste Renoir, "Stillleben mit Kirschen" von Paul Cézannes und "Odaliske auf der Terrasse" von Henri Matisse. Geschätzter Wert zwischen 11 und 20 Millionen Euro, heißt es in den Medien.
Der Diebstahl in der Kunststiftung fand in der Nacht vom 22. auf den 23. März statt. Darüber, warum die Nachricht erst eine Woche später veröffentlicht wurde, kann man im Moment nur spekulieren. Vielleicht hoffte man, dass die Diebe Lösegeld verlangen würden. Keine ungewöhnliche Vorgehensweise, wie der Venezianer Vincenzo Pipino in einem Interview unlängst erzählte.
Pipino, heute in Rente, ist vom Metier. Er war selbst Kunstdieb und hat, wie er freimütig einräumt, unzählige Diebstähle auf dem Kerbholz. Es waren vor allem die noblen Palazzi entlang des Canal Grande, die ihn reizten. Da aber nicht immer alles so verlief, wie es sollte, hat er insgesamt mehr als 20 Jahre im Gefängnis gesessen. "Ich verkaufte selten, verlangte lieber Lösegeld", erzählt er. Das sei eine Art Entschädigung für den Transport zurück in den Palazzo gewesen, fügte er verschmitzt hinzu.
Italien ist mit seiner Fülle an Kunstschätzen eine Art Eden auf Erden für Kunstdiebe. Und hier finden auch die meisten Diebstähle statt. Gefühlt verschwindet - die archäologischen Funde mitgerechnet - alle zehn Minuten ein Gegenstand.













