
"Ich wollte etwas über grenzüberschreitenden Sex erzählen"
n-tv
Mit "Pillion" kommt ein Film in die Kinos, der von einer schwulen BDSM-Beziehung erzählt. In der Hauptrolle ist Harry-Potter-Star Harry Melling zu sehen, Regie führte Harry Lighton. ntv.de traf beide in Berlin zum Interview.
Mit "Pillion" kommt ein ungewöhnlicher Film in die Kinos, der mit Humor von einer schwulen BDSM-Romanze voll kinky Sex und einem Wechselspiel aus Erniedrigung und Würde erzählt. In der Hauptrolle als Colin zu sehen ist "Harry Potter"-Star Harry Melling. Regie führte Newcomer Harry Lighton, der für das Drehbuch schon in Cannes ausgezeichnet wurde. ntv.de traf die beiden Harrys in Berlin zum Interview.
Harry Lighton, wie bist du zu dem Buch "Box Hill" und damit zu dem Stoff für deinen ersten Langfilm gekommen?
Harry Lighton: Ich wusste, dass ich für mein Spielfilmdebüt etwas über grenzüberschreitenden Sex erzählen wollte. In meinen Kurzfilmen habe ich mich bereits mit ähnlichen Themen beschäftigt. Eigentlich plante ich, ein Originaldrehbuch zu schreiben. Dann landete "Box Hill" auf meinem Schreibtisch. Mich hat diese Mischung sofort fasziniert: Humor, sexuelle Energie, Unbehagen, Provokation - alles gleichzeitig. Es fühlte sich an, als läge in diesem schmalen Roman unglaublich viel Material. Und das Entscheidende war: er Autor Adam Mars-Jones gab mir völlige Freiheit. Ich durfte damit machen, was ich wollte. Dadurch konnte ich meine eigenen Themen einbringen.
Harry Melling, kanntest du das Buch schon, als du für das Projekt angefragt wurdest?
Harry Melling: Ich kannte es vom Sehen, hatte es aber nicht gelesen. In Großbritannien gibt es diese schlichte blaue Ausgabe - alle Bücher des Verlags sehen so aus. Ich erinnere mich, dass ich es im Buchladen gesehen habe und dachte: "Box Hill, klingt interessant." Aber ich habe es damals nicht gekauft. Dann bekam ich das Drehbuch zugeschickt - allerdings unter dem Titel "Pillion". Deshalb habe ich zunächst gar nicht erkannt, dass es auf "Box Hill" basiert. Erst beim Lesen fiel mir der Hinweis auf. Ich habe zuerst das Skript gelesen, mich dann mit Harry getroffen - und als wir beide gemerkt haben, dass wir diese Geschichte unbedingt erzählen wollen, habe ich mir das Buch besorgt. Ich wollte schauen, ob ich dort zusätzliche Hinweise für Colin finde, für seine Welt.
