
Hinreißende Weltrekord-Kür reißt Olympia vom Hocker
n-tv
Nach dem Paarlauf-Kurzprogramm liegen Minerva Hase und Nikita Volodin noch in Führung. Olympisches Gold winkt. Doch in der Kür können sie dem immensen Druck nicht ganz standhalten.
Nach dem Paarlauf-Kurzprogramm liegen Minerva Hase und Nikita Volodin noch in Führung. Olympisches Gold winkt. Doch in der Kür können sie dem immensen Druck nicht ganz standhalten.
Ryuichi Kihara heulte und hörte gar nicht mehr auf. Aus seinem Gesicht flossen Tränen-Sturzbäche des Glücks und der Erleichterung. Der Japaner hatte am späten Montagabend Gold im Paarlauf-Wettbewerb gemeinsam mit seiner Partnerin Riku Miura gewonnen. Sie hatten gewonnen, weil sie eine im Eiskunstlaufen noch nie gesehene Kür zeigten, weil sie eine Weltrekord-Wertung für ihren Vortrag bekamen. Und sie gewannen, weil die nach dem Kurzprogramm führenden Minerva Hase und Nikita Volodin patzten.
Der Sonntagabend war die Ouvertüre, der Montagabend der Showdown. Und im einleitenden Teil, dem Kurzprogramm, hatte die Welt noch so viel anders ausgesehen. Nach einem Fehler bei der Hebung war Kihara untröstlich. Er war wütend auf sich selbst. Er war wütend, weil er, der amtierende Weltmeister, die Medaillen in weite Ferne rücken sah. Nicht aber sein motivierender Trainer, der ihm auf dem Weg vom Eis zuflüsterte: "Es ist noch nicht vorbei". Und auch nicht Miura, die ihren innerlich brodelnden Partner sofort rührend aufgebaut hatte. Das war Szenen fürs Herz.
Und was zeigten die beiden für eine Nervenstärke. Jedes einzelne Element saß. 158,13 Punkte waren noch nie verteilt worden. Das Publikum war außer sich vor Begeisterung. Das sah plötzlich sehr nach Medaille aus und nicht mehr nach Platz fünf. Ein Paar nach dem anderen tanzte vergeblich auf dem Eis. Doch die Wertung der Japaner blieb eingefroren. Und dann kamen Minerva Hase und Nikita Volodin. Seit dreieinhalb Jahren arbeiten sie nun schon zusammen. Und sie hatten all diese Arbeit auf diesen Moment, auf diese olympischen vier Minuten ausgerichtet (plus eben das Kurzprogramm zuvor). Eine Medaille war der mindeste Anspruch, Gold war das klare Ziel dieses ungleichen Duos, das sich so perfekt ergänzt. Sie, der Strukturmensch, und er, der Freigeist.
Dafür, für Gold, hatten sie in den vergangenen Wochen nochmal die Sinne geschärft. Sich selbst noch mal härtere Arbeit verordnet. Die Fehler bei der Europameisterschaft hatten sie aufgeschreckt. Und so arbeiteten sie am Feinschliff. Nach einem kurzen Trainings-Abstecher nach Mailand zogen sie sich abermals in die Schweiz zurück. Die beiden Perfektionisten wollten das letzte Prozent wecken. Alles für ihre Mission, der am Montagabend eben diese vier verdammten Minuten gegenüberstanden.

Das deutsche Skilanglauf-Duo Laura Gimmler und Coletta Rydzek hat bei den Winterspielen von Mailand und Cortina Bronze im Teamsprint gewonnen. Die beiden Oberstdorferinnen müssen sich nur den Olympiasiegerinnen Sundling und Dahlqvist aus Schweden und Kälin/Fähndrich aus der Schweiz geschlagen geben.

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft steht im Viertelfinale der Olympischen Spiele. Den Umweg über das Playoff-Spiel gegen Frankreich bewältigen die Männer um NHL-Star Leon Draisaitl letztlich deutlich mit 5:1. In der nächsten Runde wartet mit der Slowakei ein machbarer Gegner - damit ist sogar eine Medaille möglich.











