
Der Meloni-Nachwuchs ruft zur Denunziation von Lehrern auf
n-tv
Ein Studentenverband der Partei von Giorgia Meloni fragt nach "linken Lehrern" an italienischen Schulen. Sollen hier schwarze Listen erstellt werden? Betroffene wehren sich.
Ein Studentenverband der Partei von Giorgia Meloni fragt nach "linken Lehrern" an italienischen Schulen. Sollen hier schwarze Listen erstellt werden? Betroffene wehren sich.
Von Andrea Affaticati, Mailand
"Hast du einen linken Lehrer, der während des Unterrichts Propaganda macht? Beschreibe einen der eklatantesten Vorfälle." Wer jetzt denkt, diese Frage stammt aus den dunklen Jahren des vorigen Jahrhunderts, der irrt. Die Aufforderung steht in einem Online-Fragebogen, mit dem in diesen Tagen Schülerinnen und Schüler der Oberstufe in vielen Städten Italiens konfrontiert wurden.
Aufgerufen, an der Umfrage teilzunehmen, wurde ganz klassisch: mit Flugblättern, die vor Schulen verteilt wurden und die Überschrift "Die Schule gehört uns!" trugen. Ziel der Aktion sei, so heißt es auf dem Flugblatt, einen nationalen Report über die italienischen Schulen anzufertigen, und zwar aus erster Hand. Denn oft sprächen Leute über die Schule, die seit Jahrzehnten kein Klassenzimmer mehr betreten hätten. "Gibt es einen besseren Weg, die Probleme anzupacken, als die Studenten direkt zu beteiligen?"
Urheber der Aktion ist Azione Studentesca, die Hochschulgruppe der Jugendorganisation der Regierungspartei Fratelli d’Italia von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Wie die Wurzeln der Mutterpartei stecken auch die Ursprünge dieser Organisationen im italienischen Faschismus.













