
Datenschutz: Zahl der Verfahren auf Rekordniveau
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Videoüberwachung und Patientendaten sind wohl die Klassiker, doch es gibt auch ungewöhnliche Vorfälle, mit denen sich Datenschützer 2025 im Saarland befassen mussten. Das zeigt ihr Bericht.
Videoüberwachung und Patientendaten sind wohl die Klassiker, doch es gibt auch ungewöhnliche Vorfälle, mit denen sich Datenschützer 2025 im Saarland befassen mussten. Das zeigt ihr Bericht.
Saarbrücken (dpa/lrs) - Die Zahl der Verfahren zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGV) hat im Saarland einen Höhepunkt erreicht. Das geht aus dem 140 Seiten langen Tätigkeitsbericht hervor, den die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Monika Grethel, in Saarbrücken vorstellte. Mit 1.968 schriftlichen Anliegen - 254 mehr als im Vorjahr - verzeichnete sie die bisher höchste Zahl an Verfahrenseingängen seit dem Geltungseintritt der DSGV 2018. Auch die Zahl der Beschwerden betroffener Personen nahm um 39 Prozent auf 783 zu.
Den "Löwenanteil" der Beschwerden (343 statt 255 im Vorjahr) bildeten Videoüberwachungsmaßnahmen. "Erheblich angestiegen" seien dabei Beanstandungen von Überwachungsmaßnahmen von Privatpersonen. Kritik gab es aber auch an kameragestützter Überwachung von Verkaufsautomaten. Nach Ansicht der Datenschützer könne "allenfalls eine räumlich eng begrenzte, klar auf den Automaten ausgerichtete Kameraüberwachung" zulässig sein.
Eher selten seien Beschwerden von Strafgefangenen, doch "das Grundrecht auf Datenschutz macht auch vor Gefängnismauern nicht Halt", so Grethel.
Alle Jahre wieder: die Entsorgung von Patientendaten im Müll. Diese seit laut Grethel trotz aller Digitalisierungsmaßnahmen "ein datenschutzrechtlicher Klassiker". Nach einem entsprechenden Hinweis entdeckten die Datenschützer 2025 zahlreiche medizinische Unterlagen - darunter Diagnoseberichte und Laborbefunde - einer Arztpraxis obenauf in gemeinsam genutzten Papiertonnen eines Mehrparteienhauses in einer Fußgängerzone. Zum Schutz der betroffenen Personen nahmen die Mitarbeiter der Behörde die Unterlagen in Verwahrung, zudem wurde die Bußgeldstelle informiert.













