Das Herz, ein unzerstörbares Gummiobjekt
Süddeutsche Zeitung
Waghalsiger Folk-Pop von Someone. Und dazu: die vorpandemischen Depressionen von Homeshake, Foy Vances Drogenentzug, Liebesleid von Saint Etienne und eine der besten Bands der Welt.
Die Waghalsigkeit der Woche kommt von Tessa Rose Jackson, genannt Someone. Was erst einmal überraschen mag, weil sie ganz seidenweichen Folk-Pop macht, geschmackssicher und gerade mit soviel Psychedelic-Microdosing in Form von Hallschwaden und halbwachen Vocals versehen, dass es einem ein leicht debiles Lächeln ins Gesicht malt. Was also hat sie getan? Etwas Unaussprechliches. Aber wir holen kurz Luft und sagen es, so schwer es fällt: Sie hat "Blowing in the Wind" gecovert. Und zwar ganz traditionell mit Fingerpicking. Sollte sich dahinter eine sadistische Neigung verbergen, hätten wir einen Tipp fürs kommende Album: "Morning Has Broken". Aber das bisschen perverse Folter macht "Shapeshifter" (Tiny Tiger Records/Warner/ADA) natürlich nicht weniger lieblich und gekonnt. Deshalb nur noch ein kurzer Hinweis an Promotextautoren: Keine debütierende Musikerin - wirklich nobody, also auch nicht Someone - hat es verdient, mit einem halben Dutzend berühmter Kollegen verglichen zu werden, bevor sie nicht wenigstens die Chance hatte, ihren eigenen Stil zu zeigen. An dem arbeitet die niederländisch-britische Singer-Songwriterin nämlich durchaus, wie gerade der letzte und titelgebende Track "Shapeshifter" zeigt, der den introvertierten Sound mit einem nervösen Bass-Drive versieht, ins Orchestrale weitet und in einer expressiven Coda ausklingen lässt. Juliane Liebert
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