
Bleibende Momente: Privatmann finanziert fünf Wünschewagen
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Deutschlandweit rollen Fahrzeuge, die Sterbenskranke an Sehnsuchtsorte bringen. Ein privater Spender lässt in Schönebeck fünf neue bauen. Der Fokus liegt auf Menschen, die diese Fahrten ermöglichen.
Deutschlandweit rollen Fahrzeuge, die Sterbenskranke an Sehnsuchtsorte bringen. Ein privater Spender lässt in Schönebeck fünf neue bauen. Der Fokus liegt auf Menschen, die diese Fahrten ermöglichen.
Schönebeck (dpa/sa) - Ein letztes Mal das Meer sehen, bei einem Fußballspiel mitfiebern, ein Konzert oder entfernte Verwandte besuchen: Besondere Momente außerhalb von Hospiz oder Palliativstation schenken unheilbar kranken Menschen in der letzten Phase ihres Lebens große Emotionen und Freude. An die Stelle von Trauer und Tränen treten Freude und Glückseligkeit. Das setzt zwei Dinge voraus: ehrenamtlich Engagierte, die in ihrer Freizeit zu Wunscherfüllern werden und besonders ausgestattete Fahrzeuge, mit denen der Weg zwischen Krankenbett und Sehnsuchtsort zurückgelegt werden kann. In Sachsen-Anhalt wird derzeit ein privat finanziertes Projekt umgesetzt, das den bundesweiten Bestand dieser Einsatzfahrzeuge um fünf erhöhen soll.
Fahrzeuge wie diese sind keine regulären Rettungswagen, sondern angepasste Sonderfahrzeuge. Sie werden Wünschewagen, Herzenswunsch-Krankenwagen oder Wunsch-Ambulanz genannt und bringen Sterbenskranke gut umsorgt und begleitet an ihr Traumziel. Damit bald fünf neue durch Deutschland rollen können, hat sich ein anonymer Spender mit einem auf Sonderfahrzeugbau spezialisierten Unternehmen aus Schönebeck (Salzlandkreis) zusammengetan.
"Dieser Mensch hat fünf voll ausgebaute Wünschewagen bezahlt und über uns projektieren lassen", sagt Birk Lehmann, Geschäftsführer von eLBe Sonderfahrzeuge. "Diese Fahrzeuge werden durch uns ohne jegliche Gegenleistung weitergegeben." Denn: "Das Auto ist, gemessen an den Leistungen von Begleitpersonen, Rettungssanitätern und Pflegekräften, der kleinste Teil dieses Engagements. Wir legen den Fokus ganz klar auf die Menschen, die eine extensive Nutzung dieser Fahrzeuge überhaupt erst möglich machen." In einem solchen Wagen darf jeder mitfahren, der noch transportfähig ist. Möglichst jeder Wunschzielort wird angesteuert.
Das Ein-Million-Euro-Projekt soll die Arbeit von Freiwilligen in gemeinnützigen Organisationen wie dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), den Maltesern, Johannitern, dem Deutschen Roten Kreuz sowie bei Vereinen und Privatdienstleistern fördern. Fünf Teams können sich beim Schönebecker Sonderfahrzeugbauer um die Wagen bewerben - bundesweit.













