
Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen verschlechtert sich erstmals seit Corona
n-tv
Wie geht es Kindern und Jugendlichen in der Schule? Was wünschen sie sich? Das fragt die Robert Bosch Stiftung seit 2019 im sogenannten Schulbarometer. Diesmal fallen die Antworten beunruhigend aus.
Wie geht es Kindern und Jugendlichen in der Schule? Was wünschen sie sich? Das fragt die Robert Bosch Stiftung seit 2019 im sogenannten Schulbarometer. Diesmal fallen die Antworten beunruhigend aus.
Erstmals seit der Corona-Pandemie steigt die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen wieder. Das geht aus dem Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung hervor. Demnach zeigt jedes vierte Kind psychische Auffälligkeiten (25 Prozent), wie Ängste oder Depressionen. Vor einem Jahr waren es noch 21 Prozent der Befragten. Julian Schmitz, der an der Universität den Lehrstuhl für Klinische Kinder und Jugendpsychologie innehat, nennt dieses Ergebnis "wirklich besorgniserregend", zumal sich damit nach mehreren Studien inzwischen ein deutlicher Trend zeige. Für die Erhebung waren zwischen Mai und Juni 2025 insgesamt 1.507 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 17 Jahren sowie jeweils ein Elternteil befragt worden.
"Wir wissen einfach, dass in Kindheit und Jugend viele Weichen gestellt werden für ein psychisch gesundes Aufwachsen", sagte Schmitz bei der Vorstellung der Ergebnisse. Er hat die Studie mit einem interdisziplinären Forschungsteam konzipiert. Drei Viertel aller psychischen Erkrankungen in unserer Gesellschaft begännen in dieser Altersspanne.
Besonders betroffen sind Kinder aus einkommensschwachen Familien. Sie berichten den Angaben zufolge überdurchschnittlich häufig von psychischer Belastung (31 Prozent). Auch die Bildungsexpertin der Robert Bosch Stiftung, Anna Gronostaj, nannte die Ergebnisse ein Warnsignal, das man nicht ignorieren dürfe.
Unter allen Befragten gaben 16 Prozent an, sich in der Schule nicht wohlzufühlen. "Wenn wir uns aber nur die Kinder und Jugendlichen aus Familien mit sehr niedrigem Einkommen ansehen, sind es hier sogar 29 Prozent, die ein geringes schulisches Wohlbefinden aufweisen", so Gronostraj. Dass es dieser vulnerablen Gruppe überdurchschnittlich häufig auch in der Schule nicht gut geht, sei ein Befund, den man nicht einfach so hinnehmen könne. Kinder und Jugendliche, die sich an ihrer Schule wohlfühlen und gern zur Schule gehen, haben deutlich bessere Voraussetzungen für positive Lernergebnisse.













