
Beauftragter der Regierung: Jüdische Sachsen Teil der Kultur
n-tv
Der 27. Januar ist in Deutschland der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. 77 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz ist Antisemitismus auch in Sachsen präsent - aber auch Interesse an jüdischem Leben.
Dresden (dpa/sn) - Die Begegnung mit jüdischem Leben in der Vergangenheit und Gegenwart auch auf emotionaler Ebene sind aus Sicht des Beauftragten der Regierung, Thomas Feist, wirksame Mittel gegen Antisemitismus in der Gesellschaft. "Unser Ansatz war, wenn wir entschieden für jüdisches Leben als Selbstverständlichkeit in Sachsen eintreten, mehr über jüdisches Leben und Symbole aufklären, engagieren sich mehr dafür", sagte er in Dresden zum Holocaust-Gedenktag. Neben der frontal angelegten Wissensvermittlung brauche es Erfahrung, eine kulturelle ganzheitliche Bildung in Verbindung mit Regionalgeschichte.
"Jüdische Sachsen sind Teil unserer Kultur, das Wachsen des Freistaates wäre ohne sie nicht möglich gewesen in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur", sagte Feist. Davon könne auch die Generation der Kinder und Enkel berichten. "Und es gibt gute Ansätze, wo sich junge Menschen mit der Tätergeschichte ihrer Familien auseinandersetzen."
Sachsen ist laut Feist kein besonderes Problemland im Bereich Antisemitismus, aber "jeder Vorfall ist einer zu viel." Das dürfe nicht nur an Gedenktagen Thema sein, die Gesellschaft müsse sich generell mit dem jüdischen Leben beschäftigen. Das Interesse daran sei gewachsen. "Es gibt eine positive Entwicklung pro jüdisches Leben in Sachsen." Angesichts vieler Projekte und zusätzlicher Mittel zur Antisemitismusbekämpfung ist Feist optimistisch.
