
Als die Welt das erste Mal um den großen Diego Maradona bangte
n-tv
Es klang wie ein Aprilscherz, aber für Diego Maradona war es bitterer Ernst: Seine Flucht vor 35 Jahren aus Neapel, der Stadt, der er so viel zu verdanken hatte, war dramatisch - aber auch alternativlos. Es war der Anfang vom Ende des argentinischen Fußball-Superstars.
Es klang wie ein Aprilscherz, aber für Diego Maradona war es bitterer Ernst: Seine Flucht vor 35 Jahren aus Neapel, der Stadt, der er so viel zu verdanken hatte, war dramatisch - aber auch alternativlos. Es war der Anfang vom Ende des argentinischen Fußball-Superstars.
"Ich habe 40 Jahre so intensiv gelebt, als wären es 70 gewesen. Dabei habe ich alles Mögliche durchgemacht und bin immer wieder aufgestanden. Ich bin wie aus heiterem Himmel aus den Tiefen der Villa Fiorito bis auf den Gipfel des Mount Everest aufgestiegen. Und einmal ganz oben angekommen, war ich plötzlich auf mich allein gestellt, weil mir niemand erklärt hatte, wie man sich in einer solchen Situation verhält." Als Diego Armando Maradona Anfang der 2000er-Jahre auf sein bisheriges Leben zurückblickte, versuchte er indirekt auch zu erklären, was in den zurückliegenden Jahren alles schiefgelaufen war.
"Eines Tages wird Diego dorthin zurückkehren, wo er herkommt. Ins Slumviertel von Fiorito." Als das Leben um den großen Maradona Anfang April 1991 herum eskalierte, befürchteten nicht nur alte Freunde aus vergangenen Tagen, dass die Zukunft des argentinischen Superstars im Elend enden würde. Schon länger liefen die Ermittlungen gegen Maradona in Neapel, doch bisher hatte man ihm noch nichts nachweisen können - oder wollen. Doch als am 29. März 1991 das Ergebnis einer Dopingprobe bekanntgegeben wurde, konnte niemand mehr leugnen, was ohnehin schon längst alle wussten.
Maradonas Kokain-Sucht war durch die Probe, die bereits zwei Wochen zuvor nach einem 1:0-Heimsieg gegen den AS Bari gemacht worden war, nun für alle offensichtlich. Und für den argentinischen Weltmeister im Trikot des SSC Neapel war die öffentliche Demütigung zwar einerseits ein Schock, aber andererseits auch das Ende eines jahrelangen Versteckspiels. Dennoch flüchtete Maradona wegen verschiedener, laufender Ermittlungsverfahren aus Italien und kehrte nach Buenos Aires zurück. Eine Flucht jedoch, die ihn ganz offensichtlich nicht von seinen Dämonen befreite. Denn nur wenige Wochen später wurde er in Argentinien wegen Drogenbesitzes überführt und verhaftet.
Mit glasigen Augen und aufgedunsenem Gesicht sprach er damals in die Kameras einen schockierenden Satz, der die Fußballwelt aufhorchen ließ: "Ich kann nicht mehr, ich will sterben." Der große Diego Armando Maradona, der mittlerweile zu einer Sperre von 15 Monaten durch die FIFA verdonnert worden war, stand vor den Scherben seines Lebens. Rückblickend sagte er später einmal über diese Zeit: "Ich habe den Rummel nicht mehr ertragen. Nur das Kokain machte mein Leben im goldenen Käfig erträglich." Doch genau dieser "goldene Käfig" sollte nun zu einem echten Problem für ihn werden.













