Aktuelle Umfrage: Mehrheit der Deutschen befürwortet Rückkehr zur Wehrpflicht
ProSieben
Zurück zur Wehrpflicht oder Beibehaltung einer Bundeswehr, die auf Freiwilligkeit basiert? Einer neuen Umfrage zufolge spricht sich über die Hälfte der Deutschen für einen Pflichtdienst aus.
Die Mehrheit der Deutschen ist für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) plädieren insgesamt 54 Prozent dafür, dass es wieder eine Verpflichtung zum Dienst bei der Bundeswehr geben sollte. 36 Prozent befürworten eine Wehrpflicht für Männer und Frauen. 18 Prozent meinen, dass wie früher nur Männer verpflichtet werden sollten. Nur 40 Prozent meinen dagegen, dass der Wehrdienst freiwillig bleiben sollte. 6 Prozent machten keine Angaben. Die Wehrpflicht für Männer war 2011 nach 55 Jahren von der damaligen Bundesregierung von Union und FDP ausgesetzt worden. Vor dem Hintergrund der "dauerhaft veränderten sicherheits- und verteidigungspolitischen Lage" sei der mit einem Pflichtdienst verbundene Grundrechtseingriff nicht mehr zu rechtfertigen, hieß es damals in der Begründung der Gesetzesänderung. Im Grundgesetz blieb die Wehrpflicht für Männer aber verankert. Angesichts der wachsenden Bedrohung durch Russland wird nun über eine deutliche Vergrößerung der Bundeswehr und die Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert. Um sie auf Frauen zu erweitern, müsste allerdings das Grundgesetz mit Zweidrittelmehrheit geändert werden, wozu die schwarz-rote Koalition die Zustimmung von Grünen und Linken bräuchte. Die Linke ist aber grundsätzlich gegen die Wehrpflicht. Laut YouGov-Umfrage sind 69 Prozent der Linken-Wähler für die Beibehaltung des freiwilligen Wehrdienstes. Bei den Wähler:innen aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien ist dagegen eine Mehrheit für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht. Unter den Wähler:innen von CDU und CSU sind es 68 Prozent, unter denen der SPD 64 Prozent. Von den AfD-Anhänger:innen sind 55 Prozent für eine Wehrpflicht und unter den Grünen-Wählern sind es 51 Prozent.
