
X-Faktor gesucht: Die schwierige deutsche Biathlon-Zukunft
RTL
Die schlechteste Olympia-Bilanz jemals droht. Vor den letzten Rennen gibt es bei Deutschlands Biathlon-Team wenig Grund zur Freude. Wie sich das ändern soll - und warum viel Geduld gefragt ist.
Die schlechteste Olympia-Bilanz jemals droht. Vor den letzten Rennen gibt es bei Deutschlands Biathlon-Team wenig Grund zur Freude. Wie sich das ändern soll - und warum viel Geduld gefragt ist. Wenn in Antholz die Biathlon-Goldmedaillen gefeiert werden, sind die Deutschen nur Zuschauer. Während Frankreichs Superteam um die Dreifach-Olympiasieger Julia Simon und Quentin Fillon Maillet schon zehn Medaillen einsammelte und Norwegen selbst nach dem Rücktritt von Dominator Johannes Thingnes Bö neunmal Edelmetall gewann, reichte es für Deutschlands Skijäger in neun Rennen nur zu einmal Bronze. Es droht das schlechteste Abschneiden bei Winterspielen jemals - und die Zahlen bestätigen einen Trend: Im Biathlon hat Deutschland den Anschluss an die beiden Top-Nationen verloren. „Wir haben wirklich gute Athleten, die auch gut performen können, die sich auch in der Weltspitze tummeln können, aber wir haben diese X-Faktor-Athleten derzeit nicht“, sagte Sportdirektor Felix Bitterling. Was er damit meint: Es gibt keine selbstbewussten Siegertypen in herausragender Form, schlicht niemanden im Team, der „einfach mal in eine Strafrunde easy rausläuft“, mit einer „brutal schnellen Schießzeit“ Druck macht und anschließend wieder führen kann. „Das ist derzeit so. Das muss man einfach so akzeptieren.“ Doch damit abfinden darf man sich nicht. „Wir arbeiten sehr, sehr stark im Hintergrund, dass es diese Athleten oder Athletinnen in Zukunft wiedergeben wird“, sagte Bitterling. Das Problem: Gerade im Männer-Bereich wurde jahrelang zu wenig gemacht. Das Weltcup-Team bekam zu wenig Druck, weil schlicht kein guter Nachwuchs vorhanden war. „Und das ist nie gut“, sagte Bitterling: „Uns haben ein oder zwei Athletengenerationen einfach gefehlt.“













