
Wo ist die Linke, wenn man sie braucht?
Süddeutsche Zeitung
Eine Viertelmillion Menschen demonstrieren in München für die Freiheit in Iran, aber die deutsche Bürgergesellschaft lässt das Thema vielfach kalt. Zu einem fatalen Missverhältnis zwischen Relevanz und Aufmerksamkeit.
Wer sich die Bilder von der wahrhaft historischen Kundgebung vom vergangenen Samstag auf der Theresienwiese in München ansieht, es war eine der größten in der bewegten Geschichte dieser Stadt, kommt, bei aller Freude über den feierlichen und friedlichen Charakter der Veranstaltung, zu einer beklemmenden Einsicht: Hier protestierten allen Augenzeugenberichten und Bildern nach Menschen aus Iran oder mit engen Beziehungen dorthin nicht ausschließlich, aber weitgehend unter sich. Auf jeder größeren Demo in Deutschland erwartet man die Abordnungen der sozialen Bewegungen, der engagierten Zivilgesellschaft, von Studierendenklubs zu Gewerkschaftskreisen, aber in München war davon wenig zu sehen.













