
Wie die Liebe mit mehreren gelingt
n-tv
Polyamorie, also die Liebe mehrerer, stellt das klassische Beziehungsmodell infrage. Das kann herausfordernd sein, aber auch Freiheit bringen. Eine Sexualtherapeutin erklärt, wie die offene Beziehung funktioniert.
Polyamorie, also die Liebe mehrerer, stellt das klassische Beziehungsmodell infrage. Das kann herausfordernd sein, aber auch Freiheit bringen. Eine Sexualtherapeutin erklärt, wie die offene Beziehung funktioniert.
Offene Beziehungen klingen verrucht, ungebunden, wie der letzte Versuch als Paar einen gemeinsamen Weg zu finden. In der breiten Öffentlichkeit sind sie verpönt, dabei erfordern sie eigentlich viel mehr Kommunikation und Nähe als eine monogame Beziehung, sagt die Schweizer Paartherapeutin Dr. Ursina Donatsch. In ihrem Buch "Verbunden und trotzdem frei" will sie über Vorurteile aufklären und Interessierten einen Ratgeber an die Hand geben.
"Das ist eine der stärksten Mythen, der immer noch mitspielt, dass alle in offenen Beziehungen machen können, was sie wollen und einfach Sex haben können, mit wem sie gerade Lust haben", erklärt Donatsch. Von der Realität offener Beziehungen könnte das in den meisten Fällen kaum weiter entfernt sein. Dabei kommt es aber vor allem auf die Art der Beziehung an, denn Gestaltungsmöglichkeiten gibt es viele.
Das Wort Polyamorie setzt sich aus den lateinischen Wörtern "poly" für viel und "amor" für Liebe zusammen und meint die gleichzeitige Liebe mehrerer Personen, die alle voneinander wissen. "Die gängigsten Modelle sind sicherlich zum einen die sexuell offenen Beziehungen, also einfach aus einer monogamen Beziehung eine sexuelle Offenheit zu kreieren", erklärt die Sexualtherapeutin. "Deutlich seltener ist das Polyamore, also wirklich mehrere Partner zu wollen. Am häufigsten entsteht das noch aus einer offenen Beziehung." Als drittes nennt Donatsch "das Swinging" als verbreitete offene Beziehung, also den klassischen Partnertausch im sexuellen Sinne.
Studien zeigen, dass all diese Beziehungsformen eher selten sind. Daten der GeSid-Studie, der ersten bundesweiten wissenschaftlichen Befragung zu Gesundheit und Sexualität des Instituts für Sexualforschung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zeigen, dass in Deutschland derzeit nur etwa ein bis zwei Prozent der Befragten in einer nicht monogamen Partnerschaft leben - dazu gehören offene und polyamore Beziehungen.













