Wie der DFB im Rennen um Top-Talente bestehen will
ZDF
Immer mehr Fußballer müssen sich entscheiden, für welche Nation sie spielen wollen. Auch für die Verbände ist das ein zentrales Thema
Immer mehr Fußballer stehen früh in der Karriere vor einer Entscheidung. Für welche Nation will ich spielen? Die Verbände versuchen mit verschiedenen Mitteln, Einfluss zu nehmen. Mio Backhaus, Joshua Quarshie, Mert Kömür, Said El Mala, Nicolo Tresoldi - fast die Hälfte der Startelf der deutschen U21, die am Dienstag mit 2:0 in Griechenland gewann, könnte theoretisch noch zu einem anderen Verband wechseln. So wie es Ibrahim Maza, Fisnik Asslani, Josip Stanisic, Can Uzun oder Kenan Yildiz bereits getan haben. Den auch vom japanischen Verband umworbenen Werder-Torwart Backhaus bringt das in die Zwickmühle, wie er gegenüber dem Magazin "11 Freunde" erklärte. Die Japaner locken den Sohn einer Japanerin und eines Deutschen nicht zuletzt mit der Aussicht auf die Teilnahme an der WM 2026 im Sommer. Trotzdem will sich Backhaus mit der Entscheidung nicht unter Druck setzen lassen und erstmal die Zeit bei der deutschen U21 auskosten. So resistent ist nicht jeder. "Wenn eine andere Nation mit der A-Mannschaft lockt, vielleicht sogar mit einem großen Turnier, dann kann man nicht ganz davon trennen, dass es auch ein Karrierethema ist", sagt Kai Krüger, beim DFB für den Übergangsbereich von der U18 zur U20 verantwortlich, in der Sendung Bolzplatz. Trotzdem will der deutsche Verband gegenüber jungen Spielern transparent und aufrichtig bleiben, wie "11 Freunde"-Reporter Max Dinkelaker im Bolzplatz erklärt: "Wenn du mit dem DFB sprichst, sagen die: Wir versprechen nichts, was wir nicht halten können." Stattdessen setzt der DFB laut Krüger darauf, frühzeitig eine starke Bindung zu den Spielern aufzubauen und sie "so zu emotionalisieren, dass sie wissen, was es bedeutet, für Deutschland spielen zu dürfen. Die Aufgabe sei, "dass sie dann bestenfalls möglichst lange die Geduld haben und diesen Weg mit uns gehen."
