
Wenn der Ernstfall an der Ostsee eintritt
n-tv
Sollte Russland das Baltikum angreifen, dann steht als erstes die Allied Reaction Force der Nato an der Front. Aber wie kommt sie schnellstens dorthin? Das üben 10.000 Soldaten derzeit in Deutschland.
Sollte Russland das Baltikum angreifen, dann steht als erstes die Allied Reaction Force der Nato an der Front. Aber wie kommt sie schnellstens dorthin? Das üben 10.000 Soldaten derzeit in Deutschland.
Zunächst kommen die Taucher. Sie steigen aus dem eiskalten Ostseewasser und sichern den verschneiten Strand ab, gemeinsam mit Minenräumern. Erst dann landen die Spezialkräfte auf Schnellbooten an, begleitet von einem Dröhnen am Himmel. Die Luftwaffe sichert die Landung der Streitkräfte mit Jets und Hubschraubern. Schließlich bringen Amphibienfahrzeuge Fahrzeuge und Gerät an den Strand.
Eine "amphibische Anlandung" trainiert die Nato am Mittwoch vor dem Truppenübungsplatz Putlos in Schleswig-Holstein. 2600 Streitkräfte, 15 Schiffe. Die durften nicht einfach am nahgelegenen Kai in Heiligenhafen anlegen und Mensch und Material an Land lassen. Denn im Kriegsfall gibt es den Kai in Heiligenhafen vielleicht gar nicht mehr.
"Steadfast Dart" heißt die Übung, die den Rahmen für die Anlandung vorgibt, "standfester Pfeil". In dieser größten Nato-Übung des Jahres trainiert die "Allied Reaction Force" (ARF), die schnelle Eingreiftruppe der Nato, die Truppenverlegung.
Wenn Russland einen Baltenstaat, also Nato-Territorium, angreifen sollte und aus allen Richtungen Streitkräfte zur Verteidigung anrückten, dann würde das zentral gelegene Deutschland zur logistischen Drehscheibe werden. Und schon dadurch zu einem Angriffsziel. Auch unter solchen Umständen muss der Nachschub weiterlaufen. Ein Satz zieht sich seit Jahrzehnten durch Analysen von Militärexperten und Generälen: "Der Amateur denkt im Krieg über Strategien nach. Der Profi über Logistik."













