
"Für die israelische Kriegsführung ist das hochbrisant"
n-tv
Die israelische Regierung hat ein Problem: Ihr wichtigstes Kriegsziel ist kaum überprüfbar. Auch deshalb strebt Israel im Iran einen Regierungswechsel an, zumindest einen "Regime-Kollaps". Das wiederum dürfte nur sehr schwer zu erreichen sein.
Das wichtigste Kriegsziel für Israel ist, Gewissheit über die vermutlich 400 Kilogramm hoch angereicherten Urans zu bekommen. "Solange der Verbleib dieses Materials nicht geklärt ist, besteht die Gefahr, dass der Iran immer wieder in die Lage kommen könnte, das Uran weiter anzureichern", sagt der Nahost-Experte Thomas Volk. Das Problem: Es ist kaum zu überprüfen, ob die Uran-Vorräte zerstört wurden. Israel strebt deshalb einen Regierungswechsel, zumindest aber einen "Regime-Kollaps" an. Das wiederum dürfte nur sehr schwer zu erreichen sein. "Stand heute scheint das Regime fester im Sattel zu sitzen, als viele, vermutlich auch in der US-Administration, für möglich gehalten hatten."
ntv.de: Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat sehr unterschiedliche Ziele für den Krieg im Iran verkündet, von "Freiheit für die Iraner" bis "das Gegenteil von Regime Change". Gibt es überhaupt klar definierte Ziele?
Thomas Volk: Die US-Regierung scheint ihre Ziele in den letzten zwei Wochen in der Tat verändert zu haben. Anfangs hat Präsident Trump sehr deutlich formuliert, dass es um die Zerstörung des ballistischen Raketensystems geht und um die Beseitigung der nuklearen Kapazitäten. Und dann wollte man den Iranerinnen und Iranern selbst das Schicksal des Landes überlassen und von innen heraus einen Wandel gestalten lassen.
Und mittlerweile?
In den letzten zwei Wochen konnte man unterschiedliche Signale aus den Vereinigten Staaten vernehmen. Die großen Fragen in der dritten Woche des Kriegs lauten: Sind die Ziele der Vereinigten Staaten und Israels noch deckungsgleich? Und was sind eigentlich die Kriegsziele?













