
Weniger Anmeldungen zur Fahrschule - Kritik an Berlin
n-tv
Mehrere Tausend Euro kostet es, bis Fahrschüler den Führerschein in der Hand halten können. Eine teure Sache. Also macht es billiger, heißt es aus der Politik. Fahrlehrer reagieren mit Kopfschütteln.
Mehrere Tausend Euro kostet es, bis Fahrschüler den Führerschein in der Hand halten können. Eine teure Sache. Also macht es billiger, heißt es aus der Politik. Fahrlehrer reagieren mit Kopfschütteln.
Köln (dpa/lnw) - Nach der Bekanntgabe von Reformplänen des Bundesverkehrsministeriums zum Führerschein-Fahrunterricht verzichten in Nordrhein-Westfalen viele Menschen vorerst darauf, einen Führerschein zu machen. "Die Anmeldezahlen sind in den vergangenen Monaten gesunken, viele Interessenten üben sich in Zurückhaltung", sagte der Vorsitzende des Fahrlehrerverbandes Nordrhein, Kurt Bartels, der dpa in Köln.
Der Rückgang sei vor allem in größeren Städten "beträchtlich". "Manche Fahrschulen haben ein Minus von 50 bis 70 Prozent, andere haben gar kein Minus." Auf dem Land seien die Zahlen stabil, weil der Führerschein dort besonders wichtig sei. Bartels ist auch Vize-Chef der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, seine Äußerungen zu dem Thema beziehen sich auf ganz Nordrhein-Westfalen.
Einen Grund für die Entwicklung sieht Bartels in dem Vorhaben von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), der den Führerschein mit neuen Vorgaben billiger machen möchte. "Wir haben einen deutlichen Schnieder-Effekt", sagt Bartels mit Blick auf die rückläufigen Anmeldezahlen.
Geplant sind Vereinfachungen und digitale Lösungen für die theoretischen und praktischen Teile. So soll die Möglichkeit geschaffen werden, verstärkt Simulatoren zu nutzen. Außerdem soll es weniger verpflichtende Sonderfahrten - wie auf Autobahnen - geben. Ob und wann diese Reformpläne umgesetzt werden, ist zwar noch unklar. Dennoch wartet manch einer in Erwartung von möglicherweise sinkenden Preisen erst einmal ab.













