
Wegen Iran-Konflikt: Trump stemmt sich gegen Rückgabe der Chagos-Inseln
n-tv
Das Chagos-Archipel ist das letzte verbliebene britische Überseegebiet im Indischen Ozean, eigentlich soll es demnächst an Mauritius zurückgegeben werden. US-Präsident Trump war eigentlich dafür, ist jetzt aber dagegen. Hintergrund ist ein möglicher US-Angriff auf den Iran.
Das Chagos-Archipel ist das letzte verbliebene britische Überseegebiet im Indischen Ozean, eigentlich soll es demnächst an Mauritius zurückgegeben werden. US-Präsident Trump war eigentlich dafür, ist jetzt aber dagegen. Hintergrund ist ein möglicher US-Angriff auf den Iran.
Angesichts einer möglichen Eskalation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran pocht US-Präsident Donald Trump darauf, dass Großbritannien doch nicht wie geplant die Chagos-Inseln im Indischen Ozean an Mauritius zurückgibt. Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, sollten die USA bei einem Scheitern der Atomgespräche mit Teheran den Iran angreifen, würden die US-Streitkräfte womöglich den gemeinsam mit Großbritannien genutzten Militärstützpunkt auf der Chagos-Insel Diego Garcia nutzen.
"Premierminister Starmer sollte auf keinen Fall die Kontrolle über Diego Garcia verlieren", schrieb Trump. "Wir werden immer bereit, willens und in der Lage sein, für Großbritannien zu kämpfen, aber sie müssen angesichts von Wokeism und anderen Problemen stark sein. Gebt nicht Diego Garcia weg!"
Das Abkommen zur Rückgabe der Chagos-Inseln im Indischen Ozean war im Mai vergangenen Jahres vom britischen Premierminister Keir Starmer unterzeichnet worden. Es sieht vor, dass Großbritannien den etwa 2000 Kilometer nordöstlich von Mauritius gelegenen Archipel an seine ehemalige Kolonie zurückgibt. Für den dortigen US-britischen Militärstützpunkt wurde für den Zeitraum von hundert Jahren eine Pacht vereinbart.
Trump hatte bereits im Januar die Rückgabe der Chagos-Inseln als "dumm" kritisiert. Nach einem Gespräch mit Starmer akzeptierte er das Abkommen - vollzog nun aber wieder eine Kehrtwende. Damit widerspricht er dem US-Außenministerium, das erst am Vortag erklärt hatte, die USA würden die Entscheidung Großbritanniens "unterstützen", das Abkommen umzusetzen. Auf den Widerspruch angesprochen, sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt, der Truth-Social-Post sei direkt von Trump gekommen und sollte als die Position der US-Regierung angesehen werden.













