
Was passiert mit unbegleiteten Minderjährigen?
n-tv
Immer weniger junge Flüchtlinge kommen ohne Eltern nach Hessen. Das Valentin-Senger-Haus in Frankfurt ist für viele "der erste sichere Ort". Hier entscheiden sich Schicksale - unter Zeitdruck.
Immer weniger junge Flüchtlinge kommen ohne Eltern nach Hessen. Das Valentin-Senger-Haus in Frankfurt ist für viele "der erste sichere Ort". Hier entscheiden sich Schicksale - unter Zeitdruck.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - "Wie heißt Du?" und "Woher kommst Du?" – sechs junge Menschen sitzen an diesem Morgen im Deutschunterricht von Habib Bashiri im Aufnahmeheim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Frankfurt. Was sie gemeinsam haben: Sie sind unter 18 und ohne Eltern eingereist. Was sie nicht gemeinsam haben: eine Sprache, um zusammen Deutsch zu lernen. Sie sind aufgewachsen mit Dari, Paschtu, Amharisch, Somali, Urdu und Ukrainisch.
Das Valentin-Senger-Haus ist die letzte verbliebene Inobhutnahme-Einrichtung für unbegleitete Minderjährige (UMA) in Frankfurt und die älteste in Hessen. Die Zahl der jungen Menschen, die hier Zuflucht finden, sinken seit Jahren: Nur noch 430 unbegleitete Minderjährige kamen laut Sozialdezernat 2025 in Frankfurt an. 2024 waren es noch 685 gewesen, 2023 sogar 1.271.
Aktuell wohnen 20 junge Menschen in der Unterkunft, die die Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Stadtteil Unterliederbach betreibt. Wer nicht im Deutschunterricht sitzt, hat Termine beim Arzt oder bei Ämtern. "Wir sind der erste sichere Ort, den sie in Deutschland haben", sagt Einrichtungsleiterin Franziska Görge-Stöcker.
Aber es ist auch eine Durchgangsstation: Nach spätestens vier Wochen wird entschieden, wie es mit den Jugendlichen weitergeht, so schreibt es seit 2015 das Gesetz vor. Zu dieser Zeit lebten rund 180 Jugendliche im Valentin-Senger-Haus und diversen Außenstellen, die inzwischen alle geschlossen sind. Journalisten dürfen mit den Jugendlichen nicht sprechen - ihr Schutz habe Priorität.













