Warum sich Özil einst für die deutsche Nationalelf entschied
ZDF
In der ZDF-Doku erzählt Mesut Özil, warum er sich einst für die DFB-Nationalelf entschied - ein Blick auf Identität, Kritik und Zugehörigkeit.
Wie viele andere DFB-Spieler hatte auch Mesut Özil die Möglichkeit, für eine andere Nationalmannschaft zu spielen. Er entschied sich für Deutschland - trotz einiger Widerstände. In den Leistungszentren der deutschen Profiklubs gibt es zahlreiche Jugendliche mit Migrationsgeschichte, die sich irgendwann entscheiden müssen, für welche Nationalelf sie spielen wollen. So war es auch bei Mesut Özil im Jahr 2009, dessen Entscheidung für Deutschland entscheidend zum Gewinn des WM-Titels 2014 beitrug. Ohne ihn wäre Deutschland in Brasilien "wahrscheinlich nicht" Weltmeister geworden, sagt der damalige Bundestrainer Joachim Löw in der ZDF-Doku Mesut Özil - zu Gast bei Freunden. Zweimal ist Özil in seiner Karriere bei einem Heimspiel heftig ausgepfiffen und beschimpft worden. Im letzten Testspiel vor der WM 2018, kurz nachdem er sich mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan fotografieren ließ, von deutschen Zuschauern. Und acht Jahre zuvor im ersten Spiel nach der WM in Südafrika gegen die Türkei, als die deutsch-türkischen Fans im Berliner Olympiastadion den Ton angaben. "Wir haben das Türkei-Trikot mit Stolz getragen", erinnert sich Volkan Agar, Redakteur beim Deutschlandfunk, der damals als Fan dabei war. "Das war im Grunde auch ein Protest: Ich akzeptiere die Art und Weise nicht, wie ihr mit mir umgeht. Ich akzeptiere es nicht, dass ihr meine Herkunft abwertet." Für sie trug Özil das falsche Trikot, lange hatte auch der türkische Verband um ihn geworben. "Natürlich war das schon im Vorfeld sehr bitter", sagt der damalige Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff. "Weil so ein junger Mensch überlegt: Egal für wen ich mich entscheide, irgendjemand wird pfeifen, irgendjemand wird nicht zufrieden sein und irgendjemand wird mir Vorwürfe machen." Noch 2017 stand Özil in einem Interview, das die ZDF-Doku erstmals im TV zeigt, trotz aller Anfeindungen zu seiner Entscheidung für den DFB. "Mein Hintergrund kommt aus der Türkei, ich bin stolzer Türke, genauso auch stolzer Deutscher.













