
Warum die Insel Kharg für den Iran so wichtig ist
n-tv
Die USA greifen Ziele auf der iranischen Insel Kharg an. Dort steht der wichtigste Rohölexportterminal des Landes. Doch auch darüber hinaus ist die Insel bedeutend für das Mullah-Regime. Ein Angriff kann einem Insider zufolge einen Großteil der iranischen Ölexporte sofort zum Erliegen bringen.
Die USA greifen Ziele auf der iranischen Insel Kharg an. Dort steht der wichtigste Rohölexportterminal des Landes. Doch auch darüber hinaus ist die Insel bedeutend für das Mullah-Regime. Ein Angriff kann einem Insider zufolge einen Großteil der iranischen Ölexporte sofort zum Erliegen bringen.
Das US-Militär hat die für den Ölexport wichtige iranische Insel Kharg im Persischen Golf beschossen. Es seien dort militärische Ziele zerstört worden, teilte das US-Militär am Freitag mit. US-Präsident Donald Trump erklärte auf einer Social-Media-Plattform, die USA hätten "jedes MILITÄRISCHE Ziel vollständig ausgelöscht". Er drohte damit, dass auch die Ölinfrastruktur ins Visier genommen werden könne, sollte der Iran den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus weiter behindern.
Auf den US-Angriff dürfte die Führung in Teheran mit einer harten Reaktion antworten. Die Streitkräfte des Irans erwiderten iranischen Medien zufolge die Attacke bereits mit der Drohung, jeder Angriff auf die Öl- und Energieinfrastruktur des Landes werde zu Angriffen auf die Energieinfrastruktur von Ölkonzernen führen, die mit den USA in der Region kooperieren.
Für den internationalen Öl-Handel des Iran ist Kharg von zentraler Bedeutung. Die tiefen Gewässer rund um die Insel bieten im Gegensatz zu den flacheren Gewässern entlang der übrigen iranischen Küste des Persischen Golfs die notwendige Wassertiefe für Supertanker. Kharg ist etwa ein Drittel so groß wie Manhattan. Die Insel liegt 26 Kilometer vor der iranischen Küste und etwa 483 Kilometer nordwestlich der Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet und durch die ein Fünftel des weltweiten Ölhandels geht.
Kharg wird seit Langem als eine entscheidende Schwachstelle des Landes angesehen, da über sie 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt werden. Seit den 1960er Jahren ist der Iran für seine Ölexporte auf dem Seeweg stark von der Insel abhängig. Ein Großteil des von dort aus verschifften Öls geht nach China, dem weltweit größten Rohölimporteur. Daten des Tanker-Trackers Kpler zufolge macht iranisches Öl in diesem Jahr 11,6 Prozent der chinesischen See-Importe aus. Trotz des Krieges, der am 28. Februar von Israel und den USA begonnen wurde, hat der Iran nach Daten von TankerTracker.com und Kpler weiterhin zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Barrel pro Tag exportiert.













