
Warum dauern Stimmauszählungen nach Kommunalwahlen so lange?
n-tv
Hessen wählt wieder Hunderte Kommunalparlamente. Wähler haben dabei besondere Möglichkeiten mit ihren Kreuzchen. Was sind die Vorteile? Und warum könnten Frauen als Kandidatinnen benachteiligt sein?
Hessen wählt wieder Hunderte Kommunalparlamente. Wähler haben dabei besondere Möglichkeiten mit ihren Kreuzchen. Was sind die Vorteile? Und warum könnten Frauen als Kandidatinnen benachteiligt sein?
Wiesbaden (dpa/lhe) - Bei den Kommunalwahlen heute in Hessen hat ein Stimmzettel schon vorher Schlagzeilen gemacht. Fast so groß wie eine Tischdecke ist der Frankfurter Wahlzettel - 144 Zentimeter Länge und 60 Zentimeter Breite sind unhandlich für Wahlkabinen. Bis zu 93 Kreuze, mehr als 1.100 Kandidaten: Das Auszählen der Stimmen könnte sich in Frankfurt tagelang hinziehen. Zumal es bei Hessens Kommunalwahlen seit 25 Jahren besonders viele Möglichkeiten gibt, Stimmen zu bündeln oder zu splitten.
Bei der Wahl der 21 Kreistage sowie der kommunalen Parlamente von 421 Städten und Gemeinden haben die Hessinnen und Hessen generell so viele Stimmen, wie es Sitze in diesen Gremien gibt. Die Stimmen können deswegen panaschiert (verteilt) oder kumuliert (gebündelt) werden. Panaschieren kommt vom französischen Wort panacher, also mischen: Die Stimmen können an beliebige Kandidaten auf verschiedenen Wahllisten vergeben werden. Kumulieren kommt vom lateinischen Wort cumulus für Anhäufung: Bis zu drei Stimmen für einen Bewerber sind möglich.
Das zuständige Statistische Landesamt in Wiesbaden will die Wahlergebnisse nach eigenen Angaben in drei zeitlichen Stufen veröffentlichen.
Das landesweite Trendergebnis der Kreistags- und Gemeindewahlen hat die Behörde möglichst noch für die Wahlnacht angekündigt - nur auf Basis von Stimmzetteln, bei denen Wähler mit einem Kreuzchen gleich eine ganze Wahlliste gewählt haben. Denn sie haben auch diese bequeme Möglichkeit. Die Stimmzettel mit komplexem Panaschieren und Kumulieren werden dagegen erst später berücksichtigt.













