
Warum "becoming chinese" plötzlich im Trend liegt
n-tv
Morgens schon mit Reisbrei starten, dazu vielleicht warmes Wasser? Alltagsroutinen aus China sind im Netz gerade angesagt. Woher der Trend kommt und was ausgerechnet Donald Trump damit zu tun hat.
Morgens schon mit Reisbrei starten, dazu vielleicht warmes Wasser? Alltagsroutinen aus China sind im Netz gerade angesagt. Woher der Trend kommt und was ausgerechnet Donald Trump damit zu tun hat.
Langsam gibt die junge Frau chinesische Datteln in heißes Wasser, dazu Rosenblüten, Goji-Beeren und eine Scheibe Zitrone. Fertig ist das Heißgetränk nach chinesischem Vorbild. "Meine Morgenroutine seit ich Chinesin geworden bin", nennt die Tiktokerin aus Frankfurt am Main das Ganze. Mit dem Rezept will sie andere dazu inspirieren, auch chinesisch zu werden oder, um es mit dem dahinter versteckten Trend zu sagen: "turning chinese" oder "becoming chinese".
Im Netz verbreiten sich Videos dieser Art gerade zuhauf. Auf Instagram und Tiktok zeigen vor allem junge Menschen, wie sie Gewohnheiten aus dem Alltag von Chinesinnen und Chinesen übernehmen: Mit warmem Wasser und Knochenbrühe in den Tag starten oder traditionellen Reisbrei kochen. Am Abend darf für die Verdauung ein Apfel-Tee nicht fehlen. Die Füße sollen dank Hausschuhen stets warm bleiben.
Die Rituale basieren auf traditioneller chinesischer Medizin. Davon verspricht sich auch die Internetgemeinde in Deutschland einen gesünderen Lebensstil. Doch warum scheint China, das sonst wegen seiner autoritären Regierung, Menschenrechtsverletzungen oder unfairen Wirtschaftspraktiken in der Kritik steht, plötzlich im Trend zu sein?
Wie so oft kommt der Trend aus den USA. Von dort breitete sich die China-Romantisierung nach Europa aus. Als Ausgang wird ein vielfach geteilter Beitrag genannt, der in Anlehnung an ein Zitat aus dem Film "Fight Club" lautet: "You met me at a very chinese time of my life" (etwa: Du hast mich zu einer sehr chinesischen Zeit meines Lebens getroffen). Unter diesem Motto vervielfältigte sich der Trend, der auch unter "Chinamaxxing" geläufig ist - eine Wortschöpfung aus dem Videospiel-Bereich, bei dem man aus einem Charakter maximale Fähigkeiten herausholt.













