
"Vornamen sind ein Spiegel unseres Zeitgeistes"
n-tv
Emil, Theo, Emma - die Namen, die sich in den aktuellen Vornamenlisten finden, kennen wir von unseren Groß- oder sogar Urgroßeltern. Sabine, Stefanie oder Thomas würde momentan aber wohl niemand sein Neugeborenes nennen. Warum diese Namen in der heutigen Gesellschaft out sind - und ältere Vornamen im Trend.
Emil, Theo, Emma - die Namen, die sich in den aktuellen Vornamenlisten finden, kennen wir von unseren Groß- oder sogar Urgroßeltern. Sabine, Stefanie oder Thomas würde momentan aber wohl niemand sein Neugeborenes nennen. Warum diese Namen in der heutigen Gesellschaft out sind - und ältere Vornamen im Trend.
Einen passenden Vornamen für das eigene Kind zu finden, ist wohl eine der wichtigsten Entscheidungen des Lebens. Kaum einen Namen wird man anschließend häufiger sagen und auch das Kind soll es damit nicht schwerer im Leben haben. Blickt man auf die Hitlisten der Vornamen der vergangenen Jahre, fällt auf, dass Eltern sich vor allem für kurze Vornamen wie Mia, Lia und Luca entscheiden. Gleichzeitig erfreuen sich auch ältere Namen wie Theo oder Emil großer Beliebtheit.
Blickt man 20 Jahre zurück, sahen die Vornamenlisten noch ganz anders aus. "Wie jegliche Trends und Moden sind auch Vornamen ein Spiegel unseres Zeitgeistes und des aktuellen Geschmacks", erklärt Frauke Rüdebusch von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) im Interview mit ntv.de.
Eltern wählen die Vornamen für ihre Kinder heute vor allem nach der Ästhetik, nach dem Klang aus. Momentan seien laut Rüdebusch vor allem kurze Namen mit hellen Vokalen und wenigen Konsonanten, die viel Klang erzeugen, beliebt. Dies sei bei m, n und l der Fall. Darüber, was dahinterstecke, könne nur spekuliert werden. "Dass bei der Vornamenvergabe derzeit viel Wert auf Wohlklang gelegt wird - auch wenn dieser natürlich grundsätzlich subjektiv zu beurteilen ist -, könnte zum Beispiel als Ausdruck eines übergeordneten gesellschaftlichen Wunsches nach Ästhetik, Leichtigkeit, Wohlgefühl gesehen werden, möglicherweise insbesondere vor einem angespannten politischen Hintergrund."
Auch die aktuelle schnelllebige Zeit, in der es alle eilig haben, könnte ein Grund dafür sein, dass besonders kurze Vornamen derzeit so beliebt seien. "Immerhin ist Mia schneller ausgesprochen als Elisabeth." Eine weitere Beobachtung sei laut Rüdebusch, dass zurzeit eine gewisse Langeweile und Einfallslosigkeit herrsche, da viele der derzeit zehn häufigsten Mädchennamen sehr ähnlich klingen, so zum Beispiel Emilia, Emma und Ella, Mia und Mila oder Lina und Lia.













