
Volksbegehren "Berlin werbefrei" macht Werbung
n-tv
Warum setzt eine Initiative gegen Werbung selbst Tausende Plakate ein? Das steckt hinter der Aktion im Rahmen des seit Januar laufenden Volksbegehrens.
Warum setzt eine Initiative gegen Werbung selbst Tausende Plakate ein? Das steckt hinter der Aktion im Rahmen des seit Januar laufenden Volksbegehrens.
Berlin (dpa/bb) - Die Initiative "Berlin werbefrei" setzt im Rahmen ihres im Januar gestarteten Volksbegehrens selbst auf Außenwerbung: Sie will an 2.000 Standorten in der ganzen Stadt 4.000 Plakate an Laternenmasten aufhängen, wie Sprecher Fadi El-Ghazi der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Aktion habe vor einigen Wochen begonnen und komme schrittweise voran. Inzwischen seien an schätzungsweise 1.200 Standorten Plakate angebracht, damit sei das Volksbegehren stärker sichtbar.
"Wir machen bewusst Werbung gegen Werbung, auch wenn das vielleicht paradox klingt", erläuterte er. Ziel der Aktion sei, auf die laufende Unterschriftensammlung hinzuweisen und den Menschen klarzumachen, dass die Initiative Außenwerbung nicht generell ablehne. "Vielmehr geht es uns um Art und Umfang dieser Werbung."
Das Volksbegehren war am 9. Januar offiziell gestartet. Die Initiatoren wollen eine stärkere Regulierung von Außenwerbung. Sie streben dabei insbesondere ein Verbot digitaler kommerzieller Werbung im öffentlichen Raum an, etwa auf großen Tafeln. Werbung zum Beispiel an Geschäften, Litfaßsäulen oder Wartehäuschen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) soll weiter möglich sein.
"Werbeanlagen sind Energiefresser, lenken im Verkehr ab, sind für einen Großteil der Lichtverschmutzung verantwortlich und stehen für die Kommerzialisierung öffentlicher Räume", hatte die Bürgerinitiative zum Start des Begehrens erklärt. Werbemonitore mit animierten und bewegten Inhalten seien dabei besonders nervig. So manchen Autofahrer oder Radfahrer könnten indes auch die Plakate des Bündnisses an den Straßen ablenken.













