
Trump und Starmer streiten um eine Insel so klein wie Norderney
n-tv
Seit Jahren streitet Großbritannien mit Mauritius über eine winzige Inselgruppe im Indischen Ozean - und neuerdings auch mit Donald Trump. Es geht um den Chagos-Archipel mit der Hauptinsel Diego Garcia. Winzig, aber militärstrategisch enorm wichtig für die USA.
Seit Jahren streitet Großbritannien mit Mauritius über eine winzige Inselgruppe im Indischen Ozean - und neuerdings auch mit Donald Trump. Es geht um den Chagos-Archipel mit der Hauptinsel Diego Garcia. Winzig, aber militärstrategisch enorm wichtig für die USA.
Donald Trump hat es nicht nur auf die größte Insel der Welt abgesehen. Seit einigen Monaten wirft der US-Präsident neben Grönland auch ein Auge auf eine winzige Inselgruppe im Indischen Ozean. Der Chagos-Archipel ist ein britisches Überseegebiet. Zumindest noch. Denn Großbritannien will die Inselgruppe an Mauritius zurückgeben. Mit einer Ausnahme: Die Hauptinsel Diego Garcia soll noch mindestens 99 Jahre unter britischer Kontrolle bleiben. Dafür zahlt Großbritannien eine Milliardensumme an Pacht.
Denn auf Diego Garcia befindet sich ein Militärstützpunkt, den Großbritannien und die USA gemeinsam nutzen. Und dank des Pachtvertrags auch mindestens die nächsten 99 Jahre weiter nutzen können.
Voriges Jahr im Mai hatte die britische Regierung entschieden, die Chagos-Inseln an Mauritius zurückzugeben, aber Diego Garcia weiter zu pachten. Damals begrüßte die US-Regierung den Deal. Außenminister Marco Rubio sagte, auch Trump unterstütze das Abkommen. Es handele sich um eine "monumentale Errungenschaft". Der britische Premierminister Keir Starmer sagte, Trump und die anderen Verbündeten des Westens würden "die strategische Bedeutung dieser Basis erkennen".
Das ist zweifellos richtig. Trump sieht in Diego Garcia einen strategisch wichtigen US-Außenposten. Und dennoch folgte hinsichtlich des Großbritannien-Abkommens mit Mauritius eine rhetorische Kehrtwende von Trump: Die Rückgabe der Chagos-Inseln sei "ein Akt großer Dummheit" und ein weiterer Grund, warum Grönland an die USA übergeben werden müsse, schrieb Trump Mitte Januar auf Truth Social. Seine Begründung: China und Russland würden in der Aufgabe der Chagos-Inseln einen "Akt der totalen Schwäche" sehen.













