
Streicheln statt Schweigen - Wie Hunde vor Gericht helfen
n-tv
Es sind Brückenbauer auf vier Pfoten: Wie ausgebildete Hunde Opfern von sexualisierter Gewalt im Gerichtssaal helfen – und warum der Rechtsstaat davon profitieren kann.
Es sind Brückenbauer auf vier Pfoten: Wie ausgebildete Hunde Opfern von sexualisierter Gewalt im Gerichtssaal helfen – und warum der Rechtsstaat davon profitieren kann.
Stuttgart (dpa/lsw) - Opfer von Sexualdelikten sind oft schwer traumatisiert. Für Ermittler und Richter ist das eine Herausforderung. Aussagen fallen schwer, Vertrauen erst recht – vor allem Kindern und Jugendlichen. Manchmal helfen Vierbeiner, das Eis zu brechen: Speziell ausgebildete Hunde können bei Vernehmungen und vor Gericht Stress und Angst mindern und so die Aussagefähigkeit der Betroffenen stärken. Nun ist das den Angaben zufolge bundesweit erste Qualifizierungsprogramm für solche Hunde und ihre Hundeführer abgeschlossen worden.
In Baden-Württemberg sind sogenannte Vernehmungsbegleithunde bereits seit mehreren Jahren im Einsatz. Sie stehen Zeugen und Opfer bei Befragungen zur Seite, wirken beruhigend und geben Halt. Eingesetzt werden Hunde aber nicht nur in Ermittlungs- und Gerichtsverfahren, sondern auch in Frauenhäusern oder bei der Resozialisierung von Gefangenen.
Der Hund könne als "sozialer Katalysator" helfen, eine tragfähige Arbeitsbeziehung zu hilfsbedürftigen Menschen aufzubauen, schreibt das gemeinnützige Unternehmen Präventsozial, das hinter dem Projekt steht. "Besteht eine Affinität zu Hunden, wirken diese nachweislich blutdrucksenkend sowie puls- und atmungsregulierend."
Das neue Qualifizierungsprogramm ist laut Landesjustizministerium das erste seiner Art in Deutschland. Justizministerin Marion Gentges (CDU) will die Details am Dienstag gemeinsam mit Praktikern vorstellen.













