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Süddeutsche Zeitung
Bruno Mars veröffentlicht nach zehn Jahren ein neues Solo-Album. Die Ästhetik: Engtanz-Geigen, Begattungs-Grooves und Orchester-Pomp wie ein gütig beleuchtetes Wasserbett.
Wenn man ein wenig Druck aufbauen wollte, dann wohl am ehesten so: Es ist ziemlich genau zehn Jahre her, seit Bruno Mars ein Solo-Album veröffentlicht hat. Nicht ganz die Flughöhe von Axl Rose und den 14 Jahren vor „Chinese Democracy“, klar. Aber schon lang. Zumal in, wie man das so sagen würde, „diesen Zeiten“, in denen man im Pop eher eifrig veröffentlicht und dann trotzdem möglichst opulent. Sprich: die Singles stetig und in hoher Schlagzahl. Und die Alben, das hat manchmal vielleicht mit Entscheidungsschwäche zu tun, aber mehr wohl mit der Logik des Streaming-Marktes, also Gier, mit mehr als 20 Songs. Bruno Mars’ neues Album hat neun.
Man muss ihn dafür zunächst mal sehr innig mögen. Die Sache mit der Kunst lässt sich schließlich auch so sehen: Es zeugt von Respekt, den Fans nicht einfach einen riesigen Haufen an Material vor die Füße zu spucken und ihnen damit zu suggerieren, dass, wer ein bisschen wühlt, darin schon etwas finden wird. Auswahl und Verdichtung als Zeichen von Hochachtung. Fein. Nimmt allerdings nicht unbedingt Druck aus der Sache.
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Der erste Solo-Ton nach zehn Jahren also: Eine Nylon-Saiten-Gitarre, die einen Akkord auffächert, gleich umtänzelt von ein paar eher tollen Mariachi-Bläsern und -Streichern, die bald wieder verklingen und den Sänger sehr allein zurücklassen. Der holt jetzt Luft, hörbar, sie haben es nicht, wie sonst so grässlich üblich, rausgeschnitten, und schmachtet, mit Kathedralen-großem Hall, den gold-kandierten Soul in seiner Stimme vom Fleck weg voll aufgedreht: „For just a chance to win your heart / You could set the bar, beyond the stars“.













