So funktioniert die Klassifizierung
ZDF
Bei den Winter Paralympics 2026 werden Athleten nach Behinderung eingeteilt. Eine Expertin erklärt Ablauf, Status und Startklassen.
Jeder Sportler mit Behinderung bei den Winter-Paralympics ist in eine Klasse eingeteilt. Die Klassifizierung soll eine möglichst große Vergleichbarkeit der Leistungen ermöglichen. Bei der Klassifizierung arbeiten zwei Menschen zusammen: "Meist einer mit einem medizinischen Background wie ein Arzt oder Physio und einer mit technischen Erfahrungen im jeweiligen Sport", sagt Winnie Timans. Sie ist im Deutschen Behindertensportverband (DBS) neben dem Thema Anti-Doping auch für den Bereich Klassifizierung verantwortlich. Timans berichtet, dass bei den sehbeeinträchtigten Sportlern zum Beispiel immer ein erfahrener Augenarzt mit von der Partie ist. Umfassende medizinische Unterlagen werden überprüft, in einigen Fällen gehört eine Beobachtung im Wettkampf zur Klassifizierung dazu. Nach der Untersuchung des unabhängigen Zweier-Gremiums erhalten die Sportler neben der Klasseneinteilung einen Status, der ihnen die Teilnahme an internationalen Wettkämpfen ermöglicht. Entweder "Confirmed" (Bestätigt) - diese Einstufung gilt permanent. Oder "Review" (Überprüfung) verbunden mit einer Jahreszahl - dann muss die Klassen-Einteilung zu einem bestimmten Zeitpunkt wiederholt werden. Zuständig für die Klassifizierungen sind die internationalen Sportverbände - als zum Beispiel bei den Ski- und Snowboard-Disziplinen der Internationale Skiverband FIS. Klassifiziert worden sind die Teilnehmer in Italien schon lange vor den Winter-Paralympics. "Direkt bei den Paralympics gibt es keine Klassifizierungen mehr", verrät Timans. Das gab es zuletzt bei den Corona-Paralympics 2021 in Tokio - und sorgte in der Vergangenheit das eine oder andere Mal für Streit. Sie will zwar nicht ausschließen, dass es in dem einen oder anderen Fall mal eine ungerechte Klassifizierung gegeben habe, insgesamt sei das System aber stimmig.













