Andrea Rothfuss: Raus aus den Depressionen
ZDF
Mit 14 Medaillen bei fünf Paralympics ist Andrea Rothfuss eine Para-Alpin-Legende. Doch diesmal ist nach einer Lebenskrise alles anders.
Mit 14 Medaillen bei fünf Paralympics ist Andrea Rothfuss eine Para-Alpin-Legende. Doch diesmal ist nach einer Lebenskrise alles anders. Andrea Rothfuss ist erst 36, aber eine echte Legende im deutschen Para-Sport. Vor 20 Jahren ging die Alpin-Spezialistin, der seit der Geburt die linke Hand fehlt, erstmals bei den Winter-Paralympics an den Start. Im zarten Alter von 16 holte sie gleich Silber im Riesenslalom. Seitdem hat die Schwarzwälderin an vier weiteren Para-Winterspielen teilgenommen und dabei 13 weitere Medaillen, davon 2014 eine in Gold, gewonnen. Noch nie ist die deutsche Winter-Rekordteilnehmerin ohne Edelmetall von den Paralympics heimgekehrt. Trotzdem ist es ihr nach einem erfolgreichen Kampf gegen Depressionen ziemlich egal, ob diese Medaillen-Serie auch in diesen Tagen von Cortina hält. "Alleine nur dabei zu sein, fühlt sich für mich schon an wie ein Medaillengewinn", hat die in Freudenstadt geborene Rothfuss am Montag gesagt. Sie hatte gerade Platz vier im Super-G belegt, den eigentlich undankbarsten Platz neben dem Podium. Trotzdem war Andrea Rothfuss überglücklich: "Als ich die Vier aufleuchten gesehen habe, dachte ich: Wahnsinn, Wahnsinn!" Erst vor zwei Wochen hatte sie die langen Ski für die Speed-Disziplinen nach langer Pause zum ersten Mal wieder angezogen und "die ersten richtig guten Schwünge in den Schnee gezaubert". Sie entschloss sich, den Start im Super-G bei den Paralympics als Vorbereitung mitzunehmen - genau wie am Dienstag den in der Super-Kombination (Platz sechs). In ihren Spezial-Disziplinen Riesenslalom (Donnerstag) und Slalom (Samstag) gehört sie mit den kürzeren Ski zu den Medaillenanwärterinnen: "Das schien so lange so weit weg und ist mir so viel wert. Es war alles andere als leicht in den vergangenen zwei Jahren." Alles begann mit psychischen Problemen, die Andrea Rothfuss zu Trainingspausen zwangen. Sie fühlte sich früh müde und schnell erschöpft, ausgebrannt und wie "aus dem Leben geschossen". Die ehrgeizige Athletin intensivierte ihr geliebtes Sporttraining daraufhin noch, doch das führte endgültig zum Zusammenbruch.













