
Russische Ex-Soldaten schildern Hinrichtungen von Kameraden
n-tv
Ein Bericht der BBC wirft ein Schlaglicht auf die russische Kriegstaktik. Vier geflohene Soldaten kommen zu Wort. Sie erklären, was die russischen Erfolge ermöglicht. Sie erzählen, wie normal das Töten eigener Soldaten ist: "Man erstellt einfach einen Bericht", sagt einer.
Ein Bericht der BBC wirft ein Schlaglicht auf die russische Kriegstaktik. Vier geflohene Soldaten kommen zu Wort. Sie erklären, was die russischen Erfolge ermöglicht. Sie erzählen, wie normal das Töten eigener Soldaten ist: "Man erstellt einfach einen Bericht", sagt einer.
Er habe die vier Männer gekannt, die sein Kommandeur erschoss. Einer von ihnen habe geschrien: "Nicht schießen, ich tue alles, was ihr wollt!" Ohne Erfolg. So zitiert die britische BBC einen ehemaligen russischen Soldaten. Sie will mit vier von ihnen gesprochen haben. Sie erzählen demnach von Hinrichtungen, Folter und dem rücksichtslosen Verschleiß ihrer Kameraden.
Laut BBC berichten damit erstmals seit dem russischen Überfall auf die Ukraine vor vier Jahren russische Armeeangehörige von Hinrichtungen in den eigenen Reihen. Einer von ihnen wird zitiert, er habe seine Kameraden andere Kameraden erschießen sehen: "Nur zwei, drei Meter. Klick, klack, bumm." Die BBC nennt diesen Mann Dima. Sein Kommandeur Alexei Ksenofontow habe die Hinrichtungen angeordnet, wird Dima zitiert. Ksenofontow bekam 2024 von Russlands Präsident Wladimir Putin einen Goldenen Stern ans Revers geheftet, den höchsten Orden des Landes. Wenn Dimas Vorwürfe stimmen, befahl ein "Held Russlands" den Tod mehrerer Russen.
Ein Bild zeigt laut BBC den 34 Jahre alten Dima mit blauen Augen, Bart auf der Oberlippe und am Kinn. Er schaut unruhig in die Kamera, hat leichte Augenringe. Früher habe er in Moskau Spülmaschinen repariert, wird Dima zitiert. Im Oktober 2022 sei er unter Haftandrohung eingezogen worden. Er habe als Sanitäter gedient, später als Offizier. Die vier Männer, mit denen man gesprochen habe, seien mittlerweile außerhalb Russlands, schreibt die BBC. Aber der Krieg habe sie schwer gezeichnet.
Als Sanitäter seien Dima Todesfälle "routinemäßig gemeldet" worden, so die BBC. Dima berichtete dem Sender demnach, dass er immer wieder Leichen von Männern gesehen habe, die erst kurz zuvor zu seiner Brigade gestoßen waren. Sie seien ermordet worden und dann ihrer Bankkarten entledigt. Es sei in der russischen Armee kein Problem, Soldaten "abzuschreiben". "Man erstellt einfach einen Bericht", wird Dima zitiert.













