
RTL erwartet schnelles Ja für die Sky-Übernahme
Süddeutsche Zeitung
Der scheidende RTL-Chef Thomas Rabe ist überraschend zuversichtlich: Schon im April könnte es grünes Licht geben. RTL und Sky wollen Netflix und Amazon Konkurrenz machen.
Es ist sein Vermächtnis. Und deshalb ist klar, dass Thomas Rabe, 60, der Noch-Chef des Fernsehkonzerns RTL, sein großes Projekt noch ins Ziel bringen will. Im vergangenen Sommer hatte RTL die Übernahme des deutschen Abosenders Sky verkündet. Noch steht die Genehmigung der europäischen Wettbewerbsbehörde aus, doch die soll nun offenbar bald kommen. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass die EU-Kommission zustimmen wird“, sagt Rabe am Donnerstag. Er gehe davon aus, dass die Freigabe schon „zu Beginn des zweiten Quartals“ kommen könnte, fügt er an. Das wäre also vielleicht schon im April.
Der Optimismus von Rabe ist überraschend, denn Wettbewerbsbehörden mögen es eigentlich nicht, wenn ihre Entscheidungen öffentlich vorweggenommen werden. Aber offenbar hat RTL bereits viele und intensive Gespräche in Brüssel geführt, die offizielle Anmeldung des Übernahmevorhabens sei dann vor zwei Wochen erfolgt. Alles sei „sehr gut vorbereitet“, heißt es. „Es gibt so gut wie keine Überschneidungen“, ist sich Rabe sicher.
BMW-Chef Oliver Zipse kann das Jammern über den Standort Deutschland nicht mehr hören. Er fordert mehr Selbstbewusstsein und erklärt, wie er auf das Zollchaos und den Krieg in Iran reagiert.
Sky Deutschland mit Hauptsitz in Unterföhring bei München gehört derzeit zum amerikanischen Medienkonzern Comcast, der sucht aber bereits seit längerem nach einem Käufer. Sky hat unter anderem einen größeren Teil der attraktiven Pay-TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga, zeigt aber in seinem Streamingdienst Wow auch Filme und Serien. Die Kunden sind eher männlich und älter und zahlen höhere durchschnittlich Abo-Gebühren als die bei RTL+, dort ist die Kundschaft jünger und weiblicher.
Es geht um viel. Denn die Übernahme von Sky wäre nicht nur eine der größten Transaktionen des RTL-Mutterkonzerns Bertelsmann seit langem. Sie ist für RTL auch von hoher strategischer Bedeutung. Das Streamingangebot RTL+ habe derzeit in Deutschland etwa sieben Millionen zahlende Kunden, Tendenz steigend, teilt das Unternehmen mit. Sky kommt gleichzeitig auf etwa fünf Millionen. Zusammen mit Sky wäre RTL damit mit zwölf Millionen Abonnenten auf dem Streamingmarkt in Deutschland die Nummer drei hinter Marktführer Netflix und Amazon Prime. „Unsere Stärke sind lokale Inhalte“, glaubt Rabe.













