
Reallöhne sind 2025 erneut gestiegen
Süddeutsche Zeitung
Nach Abzug der Inflation bleibt den Arbeitnehmern in Deutschland 1,9 Prozent mehr Geld zum Ausgeben übrig. Die Reallöhne sind damit wieder fast so hoch wie vor der Pandemie.
Arbeitnehmer in Deutschland haben im vergangenen Jahr höhere Reallöhne erhalten. Das heißt, dass sie nach Abzug der Teuerung mehr Kaufkraft hatten. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stiegen die Bruttolöhne im Jahr 2025 nominal um 4,2 Prozent. Weil im selben Zeitraum die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent anzogen, ergibt sich ein Reallohnzuwachs von 1,9 Prozent für das gesamte Jahr. 2024 waren die Reallöhne noch stärker geklettert: um 2,9 Prozent.
Die positive Entwicklung dauert seit dem Sommer 2023 an, nachdem es in der Corona-Zeit und in der Folge des Ukraine-Kriegs große Einbrüche gegeben hatte. Grund für die steigenden Reallöhne sind die abnehmende Inflation und höhere Lohnabschlüsse. Dem Bundesamt zufolge wurde im vergangenen Jahr erstmals wieder fast das Reallohn-Niveau aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 erreicht.
Die Nominallöhne, also der Betrag, der für Arbeit bezahlt wird, stiegen vor allem in Dienstleistungsbereichen kräftig, während es in der Industrie und im Bergbau nur vergleichsweise geringe Zuwächse gab. Die höchsten prozentualen Zuwächse gibt es in den unteren Lohngruppen.
„Die gute Lohnentwicklung 2025 und auch 2024 ist sehr erfreulich“, sagte Ökonom Malte Lübker vom gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung der Nachrichtenagentur Reuters. „Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir davor einen beispiellosen Einbruch bei den Reallöhnen erlebt haben.“ Die Verluste durch die zwischenzeitlich hohe Inflation seien noch nicht vollständig ausgeglichen.
Das spiegelt sich auch im Konsumklima wider: Dieser Indikator liegt aktuell mit minus 24,7 Punkten tief im negativen Bereich, wie die GfK-Marktforscher und das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) zu ihrer Umfrage unter 2000 Verbrauchern herausfanden. Die Sparneigung ist zugleich so groß wie seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 nicht mehr.













