
Panter: Kleinere Lohnlücke kein Grund zur Zufriedenheit
n-tv
Trotz niedrigerer Werte beim Verdienstunterschied von Frauen und Männern sieht das Wirtschaftsministerium weiteren Handlungsbedarf, vor allem bei vergleichbarer Tätigkeit.
Trotz niedrigerer Werte beim Verdienstunterschied von Frauen und Männern sieht das Wirtschaftsministerium weiteren Handlungsbedarf, vor allem bei vergleichbarer Tätigkeit.
Leipzig (dpa/sn) - Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern ist in Sachsen deutlich kleiner als im Bundesdurchschnitt. Aus Sicht des sächsischen Wirtschaftsministers Dirk Panter ist das jedoch kein Grund zur Zufriedenheit. "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist keine Kür, sondern eine Frage der Fairness und auch der Wettbewerbsfähigkeit", sagte der SPD-Politiker.
Nach jüngsten Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) beträgt der sogenannte Gender Pay Gap bundesweit rund 17 Prozent, im Freistaat liegt er bei knapp unter 7 Prozent. Allerdings vergrößert sich der Verdienstabstand in Sachsen, wenn strukturelle Unterschiede wie Branche, Arbeitszeit, Qualifikation oder Führungsverantwortung statistisch herausgerechnet werden. Dieses in Ostdeutschland beobachtete Phänomen sei "ein klarer Hinweis auf das Fortbestehen von Benachteiligungen für Frauen am Arbeitsmarkt", teilte das Ministerium mit.
Panter forderte die Unternehmen zu mehr Engagement für gleiche Bezahlung auf. Eine transparente und faire Vergütung verschaffe Betrieben Vorteile im Wettbewerb um qualifizierte Beschäftigte. "Es darf nicht darauf ankommen, ob ein Mann mehr Geld fordert. Arbeitgeber sind in der Pflicht, gleiche Arbeit auch gleich zu bezahlen, das hat die deutsche Rechtsprechung mehrfach so bestätigt."
Als Gründe für die Verdienstunterschiede nennt das Ministerium unter anderem, dass Frauen häufiger in schlechter bezahlten Berufen arbeiten sowie familienbedingt länger aus dem Erwerbsleben ausscheiden und anschließend öfter in Teilzeit oder in Minijobs tätig sind. Maßnahmen wie der Ausbau der Kinderbetreuung, flexiblere Arbeitszeiten für beide Elternteile und eine bessere Begleitung beim beruflichen Wiedereinstieg könnten die Lücke verringern, reichten bislang aber nicht aus.













