
Bericht: Taliban übernehmen afghanische Botschaft in Berlin
n-tv
Deutschland erkennt die Taliban nicht als rechtmäßige Führung Afghanistans an. Doch die Islamisten hält das nicht davon ab, mehr und mehr Kontrolle zu übernehmen. Jetzt soll einer ihrer Männer der Geschäftsträger der Berliner Botschaft sein.
Deutschland erkennt die Taliban nicht als rechtmäßige Führung Afghanistans an. Doch die Islamisten hält das nicht davon ab, mehr und mehr Kontrolle zu übernehmen. Jetzt soll einer ihrer Männer der Geschäftsträger der Berliner Botschaft sein.
Ein Mitglied der radikalislamischen Taliban ist einem Bericht zufolge zum Leiter der afghanischen Botschaft in Berlin ernannt worden. Die Bundesregierung sei über diesen Schritt nicht informiert worden, berichtete die "Tagesschau". Deutschland sei damit der erste EU-Staat, in dem die Taliban faktisch eine Botschaft leiten. Die Bundesregierung erkennt die Taliban, die im August 2021 die Macht in Afghanistan übernommen hatten, nicht als legitime Regierung an.
Dem Bericht zufolge fungiert das Taliban-Mitglied Nebrasul H. als sogenannter Geschäftsträger der afghanischen Botschaft in Berlin. Ein Geschäftsträger leitet eine Botschaft in Abwesenheit eines Botschafters. Weltweit übernehmen Taliban-Kräfte zunehmend Botschaften: etwa in China, Russland, Katar, der Türkei oder auch im Iran sollen die Talibs bereits sein.
Nebrasul H. war dem ARD-Bericht zufolge als einer von zwei Konsularbeamten im Juli mit Zustimmung der Bundesregierung nach Berlin gekommen. Die Taliban ließen die Bundesregierung demnach aber im Unklaren über ihre Pläne, ihn später mit der Leitung der Botschaft zu beauftragen.
Der bisherige Geschäftsträger Abdul P. ist den ARD-Recherchen zufolge nur noch eine Art Strohmann, obwohl er auf den Webseiten des afghanischen Außenministeriums und des Auswärtigen Amts weiterhin als Geschäftsträger genannt wird. Er sei bereits Anfang Januar entmachtet worden, berichtete die ARD. Die Machthaber in Kabul hätten den von der vorigen Regierung entsandten Diplomaten, der kein Taliban-Mitglied ist, als nicht vertrauenswürdig genug eingestuft.













