
Nacht im Flieger: Feuerwehr hätte Passagiere herausholen können
n-tv
600 Flugreisende stranden an ihrem Abflughafen in München in verschiedenen Flugzeugen, die plötzlich nicht mehr starten können. Die Passagiere müssen die ganze Nacht in den Maschinen sitzen, ohne vorwärtszukommen. Jetzt ist klar: Sie hätten befreit werden können.
600 Flugreisende stranden an ihrem Abflughafen in München in verschiedenen Flugzeugen, die plötzlich nicht mehr starten können. Die Passagiere müssen die ganze Nacht in den Maschinen sitzen, ohne vorwärtszukommen. Jetzt ist klar: Sie hätten befreit werden können.
Während Hunderte Passagiere nachts in Flugzeugen am Münchner Flughafen ausharren mussten, waren nach Airport-Angaben Dutzende Feuerwehrleute in unmittelbarer Nähe, die hätten helfen können. "Sie hätten alarmiert werden sollen", sagte Thomas Hoff Andersson, der Geschäftsführer Aviation und Operation der Flughafen München GmbH. Insgesamt hätte es in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag in der zurückliegenden Woche mehrere Möglichkeiten gegeben, die Situation mit Notfallmaßnahmen zu beheben, das sei aber nicht geschehen.
"Wir haben das nicht gut hingekriegt", sagte Hoff Andersson. Dafür wolle er sich bei den Passagieren und auch den Crews in den betroffenen Maschinen entschuldigen. Künftig soll es "klare Vorgaben geben, wenn Eskalationen auf die nächste Führungsebene erfolgen müssen". Außerdem wollen der Flughafen und die Lufthansa künftig in solchen Fällen noch enger kooperieren.
"Wir haben in dieser Nacht Fehler gemacht", sagte auch Heiko Reitz, zuständiger Bereichsvorstand von Lufthansa. "So etwas darf nicht passieren." Er sieht drei Gründe für die unfreiwillige Übernachtung der Passagiere im Flugzeug: Die Wettersituation sei außergewöhnlich schwierig gewesen, dann hätten zu wenig Busfahrer zur Verfügung gestanden, weil falsch priorisiert worden sei. Und dann habe man sich noch fälschlicherweise gegen eine "Eskalation" entschieden und dagegen, beispielsweise die Flughafenfeuerwehr zu alarmieren.
Dabei hätten nach Flughafenangaben 49 Feuerwehrleute und auch Notfalltreppen in unmittelbarer Nähe zur Verfügung gestanden. Da keine Gefahr für die Passagiere bestanden habe, habe nicht automatisch ein Notfallplan gegriffen. Auch Hoff Andersson sprach von einer "Verkettung mehrerer Umstände".













