
Nach Solingen-Anschlag: Ministerinnen-Präsenz empfohlen
n-tv
SMS-Protokolle, Vorwürfe und Versäumnisse: Wie reagierte die Landesregierung nach dem Solinger Terroranschlag und wer übernahm Verantwortung vor Ort? Eine Zeugin gibt aufschlussreiche Einblicke.
SMS-Protokolle, Vorwürfe und Versäumnisse: Wie reagierte die Landesregierung nach dem Solinger Terroranschlag und wer übernahm Verantwortung vor Ort? Eine Zeugin gibt aufschlussreiche Einblicke.
Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Integrationsabteilungsleiterin im Düsseldorfer Fluchtministerium, Asli Sevindim, hat der Hausspitze nach dem Terroranschlag von Solingen empfohlen, vor Ort "Präsenz, Zugewandtheit und Mitgefühl zu demonstrieren". Das geht aus Textnachrichten hervor, die sie mit Staatssekretär Lorenz Bahr am Morgen nach der Tat am 23. August 2024 ausgetauscht hatte. Im Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags sagte die frühere WDR-Moderatorin, sie habe an dem Samstagmorgen nicht gewusst, dass die damalige Fluchtministerin Josefine Paul (Grüne) auf Dienstreise in Frankreich gewesen sei.
Der Staatssekretär hatte per SMS geantwortet, es gebe laut Staatskanzlei noch keinen offiziellen Ermittlungsstand. Es wäre besser abzuwarten und sich nicht aufzudrängen. Sevindim hatte daraufhin geschrieben, es wäre wichtig, zeitnah informiert zu werden. "Herr Reul wird sonst jede sich bietende Gelegenheit nutzen, um seine politischen Themen durchzubringen."
Auf die Frage des Ausschussvorsitzenden Thomas Kutschaty, ob sie Sorge gehabt habe, dass Innenminister Herbert Reul (CDU) sich nicht um integrationspolitische Aspekte kümmern würde, antwortete die 52-jährige Duisburgerin: "Herr Reul muss aufgrund seiner Zuständigkeiten eine andere Perspektive haben." Es sei ihr darum gegangen, dass sich die Debatte nach einem solchen tödlichen Anschlag "nicht in einer Richtung entwickelt, die viele Menschen sehr traurig macht".
Sie habe morgens nach dem Aufwachen in den Medien gesehen, dass Reul schon in der Tatnacht vor Ort in Solingen gewesen sei. Das sei "ein unglaublich wichtiges Zeichen gewesen".













