
Michelangelos verlorener Schatz wird zum Kunstkrimi
n-tv
Bruderschaften, komplizierte Schlüsselsysteme und eine Reise durch 500 Jahre Kunstgeschichte könnten neues Licht auf die Hinterlassenschaft des Bildhauers und Malers Michelangelo werfen. Eine Auktion in London scheint die These einer römischen Forscherin zu bestätigen.
Bruderschaften, komplizierte Schlüsselsysteme und eine Reise durch 500 Jahre Kunstgeschichte könnten neues Licht auf die Hinterlassenschaft des Bildhauers und Malers Michelangelo werfen. Eine Auktion in London scheint die These einer römischen Forscherin zu bestätigen.
Hat Michelangelo Buonarroti, der Meister der Renaissance, der wusste, wie man Marmor in lebendige Materie verwandelt (siehe sein David in Florenz) … also noch einmal von vorn: Hat Michelangelo kurz vor seinem Tod am 18. Februar 1564 in Rom wirklich unzählige seiner Werke verbrannt? Oder war das nur eine falsche Fährte, um die Geier, die in seinen letzten Jahren über ihm lauerten, in die falsche Richtung zu locken? Und was hat es mit der geheimen Grabkammer auf sich, in der ein Teil seiner Arbeiten versteckt worden sein könnte?
Fragen, die die Kunstwelt gerade sehr interessieren und die vielleicht Dan Brown, Autor des Bestsellers "Sakrileg", inspirieren könnten. Als Verbündete sollte man ihm die Literaturforscherin Valentina Salerno empfehlen. Sie stellt die bislang unbestrittene Erzählung über den Nachlass von Michelangelo in Zweifel. Eine Auktion in London stützte ihre These indirekt. Dabei ging es um eine kleine Skizze, 10 mal 13 Zentimeter groß, die Michelangelo zuzuordnen ist.
In der Künstlerbiografie "Vite" von Giorgio Vasari heißt es, Michelangelo Buonarroti, der ein Freund des Autors war, habe seinen Nachlass verbrannt, weil er nicht wollte, dass die in seiner römischen Atelierwohnung aufbewahrten Werke in falsche Hände geraten. Es handelt sich um Bilder, Skizzen, Rötelzeichnungen, Wachsstudien und Skulpturen - um einen Schatz von unermesslichem Wert.
Salerno, eine lebhafte Römerin Mitte 40, erzählt ntv.de, dass sie sich von klein auf für historische Hinterlassenschaften interessiert hat. Als Kind war sie sich sicher, eines Tages Archäologin zu werden. Und eine Zeit lang hat sie Archäologie studiert, bevor sie sich gewisser Dynamiken bewusst wurde, die ihr missfielen. So schwenkte sie zuerst auf Jura um, später auf Literaturwissenschaft. "Meine größte Leidenschaft nach der Archäologie war schon immer das Theaterwesen. Vor allem das Schreiben für die Bühne, die Dramaturgie. Das habe ich auch gemacht, bis ich eines Tages den Wunsch hatte, ein Buch über Michelangelo zu schreiben."













