
Michael Müller zur Wahl: "Es wird wirklich spannend"
n-tv
Macht ein Prozent den Unterschied? Ex-Regierungschef Michael Müller sieht Dreierbündnisse skeptisch und erklärt, warum das Regieren mit Linken und Grünen aus seiner Sicht heute besonders heikel wäre.
Macht ein Prozent den Unterschied? Ex-Regierungschef Michael Müller sieht Dreierbündnisse skeptisch und erklärt, warum das Regieren mit Linken und Grünen aus seiner Sicht heute besonders heikel wäre.
Berlin (dpa/bb) - Berlins früherer Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hält Koalitionen aus drei statt nur zwei Parteien grundsätzlich für schwierig. "Wir haben es sogar auf Bundesebene gesehen mit der Ampel: Eine Dreierkonstellation ist eine andere politische Welt", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Lindner, Habeck, Scholz sind ja keine Doofen, sondern erfahrene Profis - und sie haben es nicht hinbekommen."
Berlin wählt am 20. September ein neues Abgeordnetenhaus. Bis zum Wahltag könne es noch viel Bewegung geben, sagte Müller. "Aber es sieht so aus, dass vieles auf eine Dreierkonstellation hindeutet. Und das ist ein schwieriges Regieren, die Erfahrung habe ich selbst gemacht."
"Es ist in einem Dreierbündnis ganz schwer zu regieren, weil sie sofort diese Situation haben: zwei gegen einen, zwei Kleine gegen den Großen oder wie auch immer", sagte Müller. Der Sozialdemokrat war von 2014 bis 2021 Regierender Bürgermeister: von 2014 bis 2016 in einem Senat aus SPD und CDU, ab 2016 an der Spitze einer rot-rot-grünen Koalition mit der SPD als stärkster Partei. Seit 2023 regieren CDU und SPD gemeinsam.
"Eine Koalition mit Linken und Grünen wäre in Berlin heute sogar noch viel schwieriger. Es gibt eine politische Nähe und politische Schnittstellen, aber die Linkspartei heute ist eine andere, als ich sie kennengelernt habe", so der Ex-Regierungschef, der mehr als ein Vierteljahrhundert in der Landespolitik aktiv war. "Es ist eine Linkspartei, die geprägt ist von Aktivisten aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen, und das ist dann auch ein schweres Regieren."













