
Merz spielt die Karten, die er hat - und das gekonnt
n-tv
Das Oval Office wandelt sich für Friedrich Merz langsam aber sicher von der Höhle des Löwen zur Wohlfühloase. Präsident Trump empfängt den "Chancellor" mit überaus freundlichen Worten. Merz' Linie in der Iran-Frage geht voll auf.
Das Oval Office wandelt sich für Friedrich Merz langsam aber sicher von der Höhle des Löwen zur Wohlfühloase. Präsident Trump empfängt den "Chancellor" mit überaus freundlichen Worten. Merz' Linie in der Iran-Frage geht voll auf.
Damals, vor knapp einem Jahr, prägte US-Präsident Donald Trump einen Satz. "Sie haben die Karten nicht", blaffte er Wolodymyr Selenksyj an, der es als Präsident der Ukraine gewagt hatte, Sicherheitsgarantien von den USA zu fordern. Es war einer der Sätze, die hängen blieben von dem desaströsen Treffen im Weißen Haus, das mit dem Rauswurf des Ukrainers endete. Seitdem wird das Bild von den Karten immer mal wieder auf internationaler Bühne bemüht.
Auch Deutschland hat international nicht die besten Karten. Aber an diesem Dienstag wurde im Weißen Haus deutlich: Bundeskanzler Friedrich Merz spielt sein Blatt auf geschickte Weise. Natürlich ist das Geplänkel vor der Presse nur ein erster Eindruck vom Treffen hinter verschlossenen Türen. Aber der überaus freundliche Empfang, den Trump dem "Chancellor" bereitete, wirkte echt - freundschaftlicher Klaps inklusive.
Natürlich gehört Schmeichelei zum Repertoire des US-Präsidenten, der am Ende mit jeder Geste nur seine Überlegenheit zeigen will. Deshalb kann es mit der Freundlichkeit auch wieder schnell vorbei sein. Aber wenn Trump sich dazu herablässt, nett zu sein, sagt das eben auch etwas aus. Deutschland hat wohl doch etwas mehr Gewicht auf internationaler Bühne, als es manchmal aus der Innensicht wirkt. Zweieinhalb Stunden saßen Kanzler und Präsident zusammen, deutlich länger als geplant.
Vor allem aber zeigte der Empfang: Merz' bisheriger Iran-Kurs geht auf. Nach dem Angriff hielt er sich mit völkerrechtlichen Belehrungen zurück und begrüßte das Bemühen, das blutige Mullah-Regime in Teheran zu beseitigen. Trump achtet auf solche Dinge, und so pflegt Merz die Arbeitsbeziehung zum US-Präsidenten, die er für die aus deutscher Sicht wichtigsten Themen braucht.













