
Menschenraub – Mehrjährige Haftstrafen für Jugendliche
n-tv
Tagelang wird ein 17-Jähriger festgehalten, bedroht und geschlagen – es ging um Geld aus Drogengeschäften. Nun müssen mehrere Jugendliche ins Gefängnis. Der Richter spricht deutliche Worte.
Tagelang wird ein 17-Jähriger festgehalten, bedroht und geschlagen – es ging um Geld aus Drogengeschäften. Nun müssen mehrere Jugendliche ins Gefängnis. Der Richter spricht deutliche Worte.
Hechingen (dpa/lsw) - Menschenraub, Erpressung, Körperverletzung: Im Streit um Schulden aus Drogengeschäften haben mehrere Jugendliche einen heute 17-Jährigen über mehrere Tage hinweg festgehalten und misshandelt. Davon war das Landgericht Hechingen überzeugt und verurteilte die Angeklagten wegen verschiedener Tatbeteiligungen zu mehrjährigen Haftstrafen.
Der Haupttäter muss unter anderem wegen erpresserischen Menschenraubes für sechs Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Fünf weitere Jugendliche erhielten Haftstrafen von zwei Jahren und neun Monaten bis zu fünf Jahren und sechs Monaten. Ein weiterer Angeklagter wurde wegen Beihilfe zu einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilt.
Zum Tatzeitpunkt waren die Angeklagten zwischen 16 und 19 Jahre alt, bei ihnen wurde daher Jugendstrafrecht angewendet. Vier der Angeklagten waren vor einiger Zeit einen sogenannten Deal mit der Staatsanwaltschaft eingegangen und hatten gestanden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Der Vorsitzende Richter Volker Schwarz betonte angesichts der Schwere der Straftaten in diesem und anderen Verfahren die Entwicklung der Gewaltkriminalität bei jungen Tätern seit der Corona-Pandemie. Dabei spiele auch das Internet mit seinen virtuellen Welten eine Rolle, vermutete der Richter. Es herrsche ein bedenklicher Mangel an Rechtstreue und Empathie.













