
"Man darf jetzt mal sagen, dass man Angst hat"
n-tv
Ob Polizist, Zugbegleiter oder auch Gerichtsvollzieher: Die Gefahr ist bei der Arbeit immer dabei. Wie eine Betroffene damit umgeht.
Ob Polizist, Zugbegleiter oder auch Gerichtsvollzieher: Die Gefahr ist bei der Arbeit immer dabei. Wie eine Betroffene damit umgeht.
Merzig (dpa/lrs) - Vor Zwangsräumungen hat Obergerichtsvollzieherin Franziska Erbel oft ein mulmiges Gefühl. "Man weiß nicht, was einen erwartet, wenn man die Tür aufmacht", sagt sie. Ist der Bewohner da? Wie reagiert er? Ist die Wohnung leer geräumt oder vermüllt? Und oft ist es dunkel, weil die Rollläden unten sind und der Strom abgeschaltet ist.
Erbel steht vor einem Haus im saarländischen Merzig, das zwangsgeräumt werden muss. Der ehemalige Besitzer konnte seinen Hauskredit nicht mehr bezahlen, das Gebäude wurde bereits zwangsversteigert. Aber bislang hatte der Mann sich geweigert, auszuziehen.
In ihrem Kopf ist der gewaltsame Tod ihres Kollegen vor gut zwei Monaten präsent. Ende November war ein 58 Jahre alter Gerichtsvollzieher in Bexbach getötet worden, als er eine Zwangsräumung vollstrecken wollte. Der Mieter soll in der Wohnung mit einem Messer auf den Kopf und den Oberkörper des Gerichtsvollziehers eingestochen und ihn damit tödlich verletzt haben.
Nach der Tat sei sie anfangs "in einem absoluten Schockzustand" gewesen, sagt die 47-Jährige. "Ich konnte es gar nicht richtig glauben." Danach kamen die Wut und die Trauer - die Fassungslosigkeit bleibt.













