
Machtmittel Abgrenzung? Was Linke aus dem AfD-Votum folgern
n-tv
Die Thüringer Linke ringt mit einem Dilemma: Was tun, wenn die AfD ihre Initiativen unterstützt? Und was tun, wenn die AfD das künftig nur vortäuscht, um die Linke in Bedrängnis zu bringen?
Die Thüringer Linke ringt mit einem Dilemma: Was tun, wenn die AfD ihre Initiativen unterstützt? Und was tun, wenn die AfD das künftig nur vortäuscht, um die Linke in Bedrängnis zu bringen?
Erfurt (dpa/th) - Es ist eines der zentralen Versprechen der Linken: Keine Mehrheiten mit der AfD, auch kein Inkaufnehmen von AfD-Stimmen, um eigene Initiativen zu verabschieden. Doch in einer Plenarsitzung Anfang Februar kam es dann zum Unfall - so sieht es jedenfalls die Linke selbst. Ihr Antrag zur Sportstättenförderung wurde vom Parlament angenommen - 32 Ja-Stimmen kamen von Linke und AfD in der Opposition, 30 Nein-Stimmen kamen von den regierungstragenden Fraktionen von CDU, BSW und SPD. Seitdem ist die Aufregung groß.
Von einer "Zufallsmehrheit" sprach der Thüringer Linke-Fraktionschef Christian Schaft später, auch andere Thüringer Linke-Abgeordnete bestehen auf dieser Deutung. Eine Mehrheit mit der Partei von Björn Höcke, die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird - wie konnte das passieren? Und: Was folgt daraus? Der Vorfall zeigt auch, wie fragil die Mehrheitsverhältnisse im Thüringer Landtag sind und wie die AfD die anderen Parteien immer wieder in ein Dilemma treibt.
"Es gibt keine Absprachen mit der AfD und es gibt faktisch keine Abstimmungen mit der AfD", sagt Katja Maurer, Co-Vorsitzende der Thüringer Linken und Abgeordnete im Landtag. Sie zeichnet das Bild einer überrumpelten Fraktion. "Es gab keine Gelegenheit am Ende, sich da irgendwie rauszuwinden."
Der Antrag, der den Ärger auslöste, trägt den Titel "Sportstätten retten - ein neuer Goldener Plan Sport muss her". In der Regel haben solche Anträge der Opposition kaum eine Chance, genug Zustimmung zu bekommen. Doch diesmal fehlen in den Reihen der Brombeer-Koalition von CDU, BSW und SPD 14 Abgeordnete. Auch die anderen Fraktionen waren nicht vollständig.













