
Krebspatienten im ländlichen Raum im Blickpunkt
n-tv
In Thüringen konzentrieren sich spezialisierte Kliniken zur Krebsbehandlung vor allem entlang der Autobahn 4. Aber auch in entfernteren Regionen haben Erkrankte Anspruch auf qualifizierte Therapien.
In Thüringen konzentrieren sich spezialisierte Kliniken zur Krebsbehandlung vor allem entlang der Autobahn 4. Aber auch in entfernteren Regionen haben Erkrankte Anspruch auf qualifizierte Therapien.
Jena (dpa/th) - In Thüringen soll die Versorgung von Krebspatienten in ländlichen Regionen verbessert werden. "Jeder in Thüringen soll Zugang zu hochmoderner Krebsmedizin und klinischen Studien haben, ohne lange Fahrzeit in andere Bundesländer", sagte der Vorsitzende der Thüringischen Krebsgesellschaft, der Jenaer Mediziner Andreas Hochhaus, der Deutschen Presse-Agentur. Helfen soll dabei ein Modellprojekt von drei Krankenhäusern im Freistaat. In Thüringen erkranken jährlich rund 13.000 Menschen neu an Krebs.
An dem Projekt sind die Tumorzentren am SRH-Klinikum Gera, dem Universitätsklinikum Jena und am Helios-Klinikum Erfurt beteiligt. Neben einer engeren Zusammenarbeit dieser Häuser bei der Patientenbehandlung geht es Hochhaus zufolge um den Aufbau und die Einbindung von Behandlungsnetzwerken in ländlichen Regionen. Das betreffe vor allem die Arztpraxen vor Ort, aber auch Pflegedienste und Reha-Einrichtungen.
Hochhaus leitet die Jenaer Uniklinik für Hämatologie und internistische Onkologie, wo vor allem Leukämie- und Lymphompatienten behandelt werden. Nach seiner Einschätzung ist Patienten im ländlichen Raum der Zugang zu modernen Krebstherapien oft erschwert. Zwar verfüge Thüringen über eine Reihe sogenannter Organkrebszentren – also auf die Behandlung bestimmter Tumorarten spezialisierte Kliniken. Doch müssten Betroffene vor allem aus Regionen jenseits der Autobahn 4 oft lange Anfahrtswege in Kauf nehmen.
Der Anspruch, dass Patienten innerhalb von 45 Minuten eine für sie geeignete Klinik finden, werde derzeit nur bei Darmkrebszentren erreicht. Mit der besseren Einbindung regionaler oder lokaler Versorgungsstrukturen könne ermöglicht werden, dass Erkrankte etwa für Kontrolluntersuchungen oder die Nachsorge nicht extra den Weg in Krebszentren auf sich nehmen müssten, so Hochhaus. Dennoch könnten sie durch die engere Kooperation beispielsweise von deren klinischen Studien in der Krebstherapie profitieren.













