
Hitler-Verherrlicher kapern Epstein-Fall für antisemitische Hetze
n-tv
Um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ranken sich etliche Verschwörungstheorien. Viele zielen darauf ab, dass er Jude war. Im Internet geben sich stramme Antisemiten, Hitler-Fans und Verfechter wirrer Okkultismus-Mythen die Klinke in die Hand.
Um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ranken sich etliche Verschwörungstheorien. Viele zielen darauf ab, dass er Jude war. Im Internet geben sich stramme Antisemiten, Hitler-Fans und Verfechter wirrer Okkultismus-Mythen die Klinke in die Hand.
Arbeitete Jeffrey Epstein als Agent für den Mossad? Organisierte er satanische Baby-Ritualmorde? Und ist er in Wahrheit gar nicht tot, sondern einfach nur untergetaucht? In den sozialen Medien existieren unzählige Verschwörungsmythen über den verurteilten Sexualstraftäter. Viele davon fußen auf Antisemitismus und NS-Verherrlichung.
Epstein wuchs als Kind jüdischer Einwanderer in New York auf. Ein Umstand, der Antisemitinnen und Antisemiten weltweit dazu veranlasst, ihn als Teil einer jüdischen Weltverschwörung darzustellen. Wie die Initiative Democ in einer Untersuchung herausgefunden hat, löste die Veröffentlichung der neuesten Epstein-Akten Anfang Februar eine massive judenfeindliche Mobilisierungswelle im Internet aus - vorangetrieben durch einige reichweitenstarke und einflussreiche Akteure.
So sprach die rechte US-Influencerin Candace Owens in einem Livestream kurz nach der Veröffentlichung der über drei Millionen Seiten etwa über "jüdische okkultistische Mystiker" und deren Rolle in Hollywood und der US-Politik. Außerdem fabuliert sie über die "Synagoge Satans" und eine jüdische Geheimloge, die für den US-amerikanischen Bürgerkrieg verantwortlich gewesen sein soll. Die Sendung hat allein auf Youtube über 2,7 Millionen Aufrufe. Owens folgen auf der Plattform fast sechs Millionen Menschen.
Die Wortsuche im Transkript von Owens' Livestream ergibt: Die Begriffe "Jude" und "jüdisch" werden gut 30 Mal erwähnt, das Wort "Israel" mehr als 20 Mal. Der Name "Trump" taucht in der einstündigen Sendung nur viermal auf. In den Epstein Files selbst hingegen zigtausendfach. Auch andere Persönlichkeiten aus dem MAGA-Universum pflegten den Kontakt zu Epstein, wie die Akten belegen. Darunter etwa Elon Musk und Steve Bannon - beide, wie auch Trump selbst, nicht jüdisch.













